In den ersten neun Monaten 2026 holte Schindler neue Aufträge in Höhe von 8,74 Milliarden Franken herein. Das ist in Lokalwährungen eine Zunahme von 5,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Analysten lobten speziell die Beschleunigung des Auftragseingangs im dritten Quartal. Dieser hat mit einem Plus von 10,3 Prozent in Lokalwährungen fast doppelt so stark zugelegt, wie die Finanzgemeinde im Schnitt erwartet hatte. «Wir hatten zwar eine gewisse Verbesserung erwartet, doch fiel diese weitaus stärker aus als prognostiziert», kommentierte ein Marktteilnehmer.
Überdies kam erstmals seit geraumer Zeit Rückenwind vom Schweizer Franken, der sich im Sommerquartal abgewertet hat. Bislang hatte die Frankenstärke lange die Ergebnisse belastet.
Neuanlagen sehr gefragt
Insbesondere das Neuanlagengeschäft holte viel mehr neue Bestellungen (+15,9 Prozent) herein als vorhergesagt. Wachstumstreiber bei den Neuinstallationen waren vor allem die Regionen Europa, Mittlerer Osten und Afrika sowie Asien-Pazifik (ohne China) mit einem zweistelligen Plus. Nord- und Südamerika zeigten ein Wachstum von 5 bis 10 Prozent, während sich die Talfahrt in China verlangsamt hat.
Im Modernisierungsgeschäft legte Schindler im dritten Quartal bei den neuen Bestellungen in allen Weltregionen um über 10 Prozent zu. Die Ausnahme war der amerikanische Kontinent mit einem Einbruch von über 10 Prozent. Derweil wuchs das Servicegeschäft nur leicht.
Pralle Auftragspolster
Die Auftragsbücher als Grundlage für künftiges Geschäft sind deshalb so dick wie seit gut zwei Jahren nicht mehr. Ende September belief sich der Auftragsbestand auf 8,74 Milliarden Franken.
Auch beim Umsatz, EBIT und bei der Marge schnitt Schindler teils klar über den Durchschnittsprognosen ab. Von Januar bis September fuhr der Konzern einen Umsatz von 8,16 Milliarden Franken ein. Das ist praktisch gleich viel wie im Vorjahreszeitraum.
In Lokalwährungen ergab sich hingegen ein Plus von 2,6 Prozent. Man sei überall gewachsen, ausser in China, erklärte Schindler.
Deutlich mehr Gewinn
Der bereinigte Betriebsgewinn (EBIT) stieg um 4,8 Prozent auf 1,13 Milliarden Franken. Die entsprechende Marge kletterte auf 13,8 Prozent nach 13,2 Prozent in der Vorjahresperiode. Grund für die Verbesserungen seien operative Effizienzsteigerungen, Veränderungen im Produktmix sowie Preiserhöhungen, schrieb das Unternehmen.
Unter dem Strich nahm der Reingewinn auf 852 Millionen Franken zu. Das sind 7,0 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. «Unsere Strategie führt zu einem beschleunigten profitablen Wachstum», sagte Konzernchef Paolo Compagna.
Aktie startet durch
Die Ziele für die Profitabilität schraubt das Management nun nach oben. Für das Gesamtjahr 2026 erwartet Schindler neu eine EBIT-Marge von rund 13,5 Prozent, nachdem bisher rund 13,0 Prozent angepeilt worden waren.
Das Umsatzziel blieb dagegen unverändert: Hier rechnet das Management weiterhin mit einem Wachstum im niedrigen bis mittleren einstelligen Bereich in Lokalwährungen.
Die Investoren spendeten kräftigen Applaus: Die Partizipationsscheine schossen an der Schweizer Börse bis gegen 13 Uhr um 7,0 Prozent auf 288,80 Franken nach oben. Derweil gab der Gesamtmarkt SMIM leicht nach.
jb/cg
(AWP)
