Ob der Aufschlag von der Erde aus sichtbar sein werde, sei noch unklar. «Ich denke, er wird sehr, sehr schwer zu sehen sein, wenn nicht unmöglich», sagte William Cooke, ein Manager der US-Raumfahrtbehörde Nasa. Astronom Gray sagte gegenüber der «New York Times»: «Das Objekt schlägt an einem Punkt ein, an dem es zumindest ein bisschen Hoffnung gibt, dass wir es beobachten können.»

Noch unklar, wann und wie ein Aufschlag bestätigt werden könnte

Falls eine Live-Beobachtung nicht möglich ist, könnte es einige Stunden oder sogar Tage dauern, bis ein möglicher Aufschlag bestätigt werden könnte, da dies dann nur beispielsweise mit Hilfe von Sonden möglich wäre, die Fotos von einem möglicherweise entstandenen Krater zur Erde schicken würden. In ein paar Tagen soll beispielsweise die Nasa-Sonde «Lunar Reconnaissance Orbiter» über die erwartete Einschlagstelle fliegen.

Die «Falcon 9»-Rakete war am 15. Januar 2025 mit den Mondlandern «Blue Ghost» des US-Unternehmens Firefly Aerospace und «Resilience» des japanischen Start-ups ispace gestartet. «Blue Ghost» landete rund zwei Monate später auf dem Mond, bei «Resilience» schlug die Landung kurz darauf fehl, der Lander krachte in den Mond. Die untere Raketenstufe der «Falcon 9»-Rakete kehrte zur Erde zurück.

SpaceX: «Mischung aus Sonnenaktivität und Anziehungskräften»

Die oberen Raketenstufen würden bei solchen Missionen häufig planmässig in der Erdatmosphäre verglühen, sagte SpaceX-Managerin Julianna Scheiman bei einer Pressekonferenz. «Aber für Missionen mit hoher Energie müssen wir ein anderes Manöver durchführen, um sicherzustellen, dass die Oberstufe sicher ist mit den entsprechenden Regeln und Regularien.» Das sei in diesem Fall vorgenommen worden - «und was passiert ist, ist eine Mischung aus Sonnenaktivität und Anziehungskräften, die sie auf einen Weg hin zum Mond gebracht hat».

Das sei zwar in diesem Fall ungeplant gewesen, grundsätzlich sei ein Aufschlag auf dem Mond aber für eine Entsorgung auch «eine anerkannte Option, die eine vorhersagbare, nachverfolgbare und sicherere Herangehensweise an das Ende einer Mission bieten kann», hiess es von der Nasa. «Es gibt keine Gefahr für die Erde.» Aus wissenschaftlichen Gründen werde man den Verbleib der Raketenstufe und die Einschlagstelle weiter beobachten.

Vor rund vier Jahren war erstmals eine ungeplante Kollision eines Raketenteils mit dem Mond bekanntgeworden. Nasa-Wissenschaftler gingen aufgrund von Bildern der Sonde «Lunar Reconnaissance Orbiter» damals davon aus, dass es sich um einen Teil einer alten chinesischen Rakete handelte, wahrscheinlich der Trägerrakete der «Chang'e 5-T1»-Mission, die 2014 von der Erde aus ins All geschossen worden war. China hatte diese Berichte jedoch zurückgewiesen. Geplante Einschläge zu Forschungszwecken hat es in der Vergangenheit auf dem Mond schon mehrfach gegeben./cah/DP/zb

(AWP)