Das Industrieunternehmen Schlatter hat im Geschäftsjahr 2025 in einem von US-Zöllen, zunehmenden konjunkturellen Unsicherheiten und dem starken Franken belasteten Umfeld einen Verlust erzielt. Auf die Auszahlung einer Dividende will die Gruppe deshalb in diesem Jahr verzichten.

Der Betriebsgewinn EBIT fiel auf 0,5 Millionen Franken zurück nach 2,0 Millionen im 2024, wie es am Freitag in einer Mitteilung hiess. Unter dem Strich verblieb ein Verlust von 1,4 Millionen nach einem Vorjahresgewinn von 1,7 Millionen inklusive respektive 1,5 Millionen exklusive Minderheitsanteilen.

Belastet hätten das Ergebnis die von der US-Regierung erhobenen Zölle, ungünstige Wechselkurse und eine gestiegene Kostenbasis, teilte Schlatter mit. Auch habe aus Fremdwährungsabwertungen in der Bilanz am Standort Schlieren ein hoher Finanzaufwand resultiert.

Mit Blick auf den Reinverlust schlägt der Verwaltungsrat von Schlatter der Generalversammlung vom 6. Mai vor, auf die Auszahlung einer Dividende zu verzichten. Im letzten Jahr hatten die Aktionäre je Titel 1,00 Franken erhalten.

Sinkende Umsätze und Auftragseingänge

Die Angaben zu Umsatz und zur Auftragsentwicklung im vergangenen Jahr hatte Schlatter bereits im Januar kommuniziert und zugleich angekündigt, dass ein «leicht positiver» EBIT zu erwarten ist.

Konkret fiel der Umsatz um 7,8 Prozent auf 104,4 Millionen Franken und der Auftragseingang sank um 10 Prozent auf 91,1 Millionen. Der Auftragsbestand lag per Ende 2025 noch bei 48,8 Millionen gegenüber 61,4 Millionen Ende 2024.

Rückläufig sei der Absatz von Schienenschweissmaschinen und Webmaschinen gewesen, hiess es. Weniger Einnahmen erzielte Schlatter auch im After-Sales-Bereich. Dagegen habe sich der Absatz von Industriegitteranlagen und Armierungsgitteranlagen positiv entwickelt.

Ausgeglichenes Ergebnis angestrebt

Die Aussichten im Anlagengeschäft und im After Sales seien nach wie vor verhalten, hielt Schlatter im Ausblick fest. Unsicherheiten im geopolitischen Umfeld, die Stärke des Schweizer Frankens und die Rezession in wichtigen Märkten belasten die Nachfrage nach wie vor.

Derweil sei die Auslastung im Segment Schweissen am Standort in Schlieren für das erste Halbjahr 2026 aber weitgehend gesichert. Demgegenüber gebe es im Segment Weben Lücken in der Produktionsauslastung.

Schlatter hat sich für 2026 das Ziel gesetzt, zusätzliche Aufträge zu gewinnen, die Effizienz zu verbessern und so die Margen zu steigern. Ergriffene Massnahmen auf der Kostenseite dürften sich vor allem in der zweiten Jahreshälfte positiv auswirken.

Für das gesamte Geschäftsjahr 2026 erwartet Schlatter einen weiteren Umsatzrückgang, zielt dabei aber auf ein «mindestens ausgeglichenes» Ergebnis ab.

(AWP)