Schweizer Banken haben 2025 ihren Gewinn gemeinsam um 16,3 Prozent auf 20,6 Milliarden Franken gesteigert, wie dem am Montag publizierten Bankenbarometer der Bankiervereinigung (Swiss Banking) zu entnehmen ist. Davon flossen 2,4 Milliarden über Ertrags- und Gewinnsteuern an die Staatskassen und damit in etwa gleich viel wie 2024.
Geschäftserfolg übertrifft Rekord von 2006
Der aggregierte Geschäftserfolg, der als Mass für die operative Leistung der Banken gilt, stieg um 5,8 Prozent auf einen Rekordwert von 73,8 Milliarden Franken. Der bisherige Höchstwert geht auf das Jahr 2006 zurück, also auf die Zeit kurz vor der Bankenkrise. Das ausserordentlich hohe Ergebnis sei damals mit einem «deutlich höheren Risiko» erwirtschaftet worden als 2025, sagte Swiss-Banking-Chefökonom Martin Hess am Montag bei der Präsentation der Ergebnisse.
Auch für 2026 zeigen sich die von Swiss Banking befragten Anlagechefs wie auch Chefökonominnen und Chefökonomen der Schweizer Geldinstitute überwiegend optimistisch. So erwartet mehr als die Hälfte erneut ein höheres Ergebnis.
Verwaltete Vermögen steigen klar
«Das Zugpferd war 2025 vor allem die Vermögensverwaltung», sagte Hess weiter. So steigen die veralteten Vermögen 2025 um 4,8 Prozent auf 9729 Milliarden Franken. «Zum ersten Mal seit langem stiegen die verwalteten Vermögen von ausländischen Kunden auch wieder schneller als von inländischen», so Hess weiter. Im ersten Halbjahr 2026 wurde mit 10'120 Milliarden Franken erstmals die Schwelle von 10 Billionen überschritten.
Wegen des Nullzinsumfelds und der dadurch sinkenden Margen ging der Zinserfolg jedoch leicht um 0,8 Prozent zurück. Laut Hess verdienen Banken wegen der schrumpfenden Margen aktuell nur noch halb so viel an 1000 Franken Kundengeld wie noch vor 15 Jahren. Das Zinsengeschäft dürfte daher auch weiterhin unter Druck bleiben.
Deutlich wachsen konnten die Banken dagegen beim Geschäft mit Kommissionen und Dienstleistungen (+6,5 Prozent), womit der Aufwärtstrend aus dem Vorjahr fortgesetzt wurde. Auch 2026 rechnet eine Mehrheit der von Swiss Banking befragten Personen mit einem weiteren Anstieg.
Stellenabbau geht weiter
Trotz der Rekordergebnisse haben die Banken im Vorjahr rund 2450 Stellen abgebaut. Damit zählte die Branche per Ende 2025 noch 92'002 Vollzeitstellen im Inland.
Der Stellenabbau lag laut Hess vor allem am Zusammenschluss der UBS und der Credit Suisse. Dagegen hätten alle anderen Bankenkategorien wie etwa Regionalbanken, Sparkassen, Raiffeisenbanken, Kantonalbanken, Auslandsbanken oder auch Privatbanken Stellen geschaffen.
In der ersten Jahreshälfte gingen in der Schweiz noch einmal 1,4 Prozent respektive 1216 Stellen verloren. Im zweiten Halbjahr erwarten die von Swiss Banking befragten Experten eine gewisse Stabilisierung der Lage. Der grösste Abbau dürfte also im ersten Halbjahr erfolgt sein.
Durch die vielen Stellenstreichungen liege die Arbeitslosenquote in der Branche nun leicht höher als im schweizweiten Durchschnitt. «Die Absorptionsfähigkeit anderer Branchen ist nicht mehr so gross wie zuvor», erklärte Hess die Entwicklung.
cg/to
(AWP)
