Der am Donnerstag veröffentlichte «Relentless Defense Report» stuft 32 Prozent der 200 untersuchten Schweizer Unternehmen in die schwächste Kategorie ein. Bei ihnen befinden sich die Grundlagen der Cybersicherheit noch im Aufbau. Weitere 40 Prozent verfügen zwar über Abwehrfähigkeiten, setzen diese aber nur in einzelnen Unternehmensbereichen ein.

26 Prozent weisen solide Sicherheitsgrundlagen auf. Lediglich 2 Prozent gehören zur Spitzengruppe, die ihre Abwehr kontinuierlich optimiert. Zum Vergleich: In Grossbritannien, Italien und Frankreich ist der Anteil der Unternehmen mit schlechtem Schutzniveau deutlich tiefer.

Dabei ist die Gefahr real: So erlebten laut den Angaben 94 Prozent der Schweizer Unternehmen im vergangenen Jahr einen schwerwiegenden Cyberangriff.

Langwierige Genehmigungsprozesse

Als zentrale Hindernisse für eine wirksamere Abwehr nennt Cisco langwierige Genehmigungsprozesse, isoliert arbeitende Abteilungen und fragmentierte Daten. Nur bei 30 Prozent arbeiten Sicherheits-, Netzwerk- und IT-Abteilungen als Team zusammen. 47 Prozent verbringen nach eigenen Angaben mehr Zeit mit dem Sammeln und Abgleichen von Daten als mit der eigentlichen Cyberabwehr.

«Unsere Ergebnisse zeigen, dass Schweizer Unternehmen ihre Sicherheitsstrategie dringend von der Reaktion auf Vorfälle hin zu kontinuierlicher Prävention und Anpassungsfähigkeit entwickeln müssen», sagt Christopher Tighe, Geschäftsführer von Cisco Schweiz. Cyberresilienz dürfe nicht erst im Ernstfall eine Priorität werden.

Für den Bericht wurden im April und Mai 2026 weltweit 8000 Sicherheitsexperten in 30 Märkten befragt, darunter 200 in der Schweiz. Die Einstufung der Unternehmen basiert auf Selbstauskünften und berücksichtigt die Schutzabdeckung, die Geschwindigkeit bei der Erkennung und Behebung von Bedrohungen sowie organisatorische Hindernisse.

ls/rw

(AWP)