Das zeigt die am Donnerstag veröffentlichte Studie des Exportverbands Swiss Export und der Unternehmensberatung Kearney. 58 Prozent der befragten KMU bewerten ihre aktuelle Geschäftslage als «gut» oder «sehr gut». Mit Blick auf die kommenden drei Jahre sind es sogar 65 Prozent.

Auch beim Umsatz überwiegt die Zuversicht: 61 Prozent der Unternehmen rechnen für das laufende Jahr mit einem Plus. Im Vorjahr waren es noch 31 Prozent. Eine steigende Rendite erwarten dagegen nur 39 Prozent.

Je nach Branche fällt die Stimmung allerdings unterschiedlich aus. Während in der Logistik sowie der Chemie- und Pharmabranche drei Viertel der Unternehmen optimistisch in die Zukunft blicken, sind es in der Maschinenindustrie weniger als die Hälfte.

Sorgen um Rohstoffe

Die grösste Gefahr sehen die KMU in hohen Energie- und Rohstoffpreisen. Gut die Hälfte der Befragten betrachtet sie als Konjunkturrisiko. Noch deutlicher gewachsen ist die Sorge, dass Rohstoffe knapp werden: Der entsprechende Anteil stieg innert Jahresfrist auf 39 von 8 Prozent.

Auch die internationale Politik bereitet Sorgen. Jedes zweite Unternehmen fürchtet Risiken durch geopolitische Spannungen und andere aussenpolitische Entwicklungen. Nahezu ebenso viele sehen in den ungeklärten Beziehungen der Schweiz zur EU eine Gefahr.

Umso wichtiger ist es für die Betriebe, produktiver zu werden. Dies gelang laut der Studie im vergangenen Jahr fast drei von fünf Unternehmen. Am meisten halfen effizientere und einheitliche Arbeitsabläufe. Digitalisierung, Automatisierung und KI folgen an zweiter Stelle.

KI verändert Arbeitswelt

Besonders grosse Hoffnungen setzen die KMU auf KI. Bereits 48 Prozent nutzen sie für interne Wissensdatenbanken, 42 Prozent für Analysen und Entscheidungshilfen. Mehr als acht von zehn Unternehmen erwarten, dass KI ihre Arbeitsweise in den nächsten zwei bis drei Jahren stark verändern wird.

Doch oft fehlt das nötige Know-how. Mehr als die Hälfte der Unternehmen nennt mangelnde Kompetenzen als grösste Hürde. Hinzu kommen Zeitmangel und Bedenken beim Datenschutz und bei der Datensicherheit.

Auch von der Politik erhoffen sich die KMU Hilfe. Oberste Priorität haben verlässliche Beziehungen zur EU und weitere Freihandelsabkommen. Beim Thema Produktivität fordern die Unternehmen vor allem weniger Bürokratie und einfachere Vorschriften.

Für die neunte Mittelstandsstudie von Swiss Export und Kearney wurden im Sommer 2026 insgesamt 214 Unternehmen befragt. 187 davon füllten den Fragebogen vollständig aus.

jl/uh

(AWP)