Franken-Euro-Kurs - SNB wirft erneut Milliarden für stabilen Franken auf

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat den Franken jüngsten Daten zufolge erneut mit milliardenschweren Devisenkäufen gedrückt.
20.02.2017 14:05
In der vergangenen Woche hat die SNB offensichtlich massiv Euro gekauft.
In der vergangenen Woche hat die SNB offensichtlich massiv Euro gekauft.
Bild: Pixabay

Das geht aus den am Montag veröffentlichten Sichteinlagen von Bund und Banken bei der Notenbank hervor: Sie legten in der vergangenen Woche um 4,5 Milliarden Franken zu. Die Statistik gilt als Richtschnur für den Umfang der SNB-Interventionen.

Die Notenbank stemmt sich mit den Eingriffen gegen einen zu starken Höhenflug der Schweizer Währung, die bei Investoren als sicherer Hafen in unsicheren Zeiten gilt. Am Montag kostete ein Euro 1,0645 Franken. Je stärker die Schweizer Währung ist, desto mehr leidet die Exportindustrie der Schweiz.

Bereits in der Woche davor waren die Einlagen um knapp vier Milliarden Franken gestiegen. Seit Jahresbeginn beläuft sich der Zuwachs auf rund 15 Milliarden Franken - allerdings ist aufgrund saisonaler Effekte im Bargeldumlauf nicht das gesamte Plus auf Eingriffe der SNB am Devisenmarkt zurückzuführen.

«Franken stabilisieren»

Experten begründeten den Anstieg der Interventionen unter anderem mit der Schwäche des Euro. Die Gemeinschaftswährung sei wegen der politischen Unsicherheiten durch die bevorstehenden Wahlen in Frankreich und dem Hochkochen der Griechenland-Krise unter Druck, erklären die Analysten der Regionalbank Valiant. Der Franken gewinne im Gegenzug seit mehreren Wochen an Wert, so Analyst Maxime Botteron von der Credit Suisse. Das sei auch auf die jüngst guten Wirtschaftsdaten aus der Schweiz zurückzuführen. "Man sieht im Anstieg der Sichtguthaben, dass die SNB noch nicht so weit ist, dass sie einen viel stärkeren Franken tolerieren wird - sondern, dass sie im Moment versucht, den Franken zu stabilisieren."

Die Nationalbank selbst wollte sich nicht zu dem Anstieg der Einlagen äussern.

(Reuters)