Family Offices und reiche Kunden haben in letzter Zeit bei Anleihen zugegriffen, berichtet David Bailin, Chief Investment Officer beim Vermögensverwalter Citi Global Wealth, der ein Mittelvolumen von rund 700 Milliarden Dollar betreut.

2023 dürfte für die Weltkonjunktur eines der schwächsten Jahre der letzten vier Jahrzehnte werden, hiess es diese Woche in einem Bericht des Hauses. Anleihen verdienten deshalb “sofortige Aufmerksamkeit”. “Am obersten Ende des Marktes sind die Family Offices sehr engagiert - sehr engagiert”, berichtete Bailin bei einem Pressegespräch. Unlängst habe er mit einem Kunden mit einem Vermögen von 1 Milliarde Dollar telefoniert, der Anleihen kaufen wollte.

Citi Global Wealth rechnet mit einer “milden” Rezession in den USA im nächsten Jahr. Festverzinsliche Wertpapiere könnten angesichts dessen eine Zuflucht bieten, insbesondere Treasuries mit kurzer Laufzeit und kurzfristige Unternehmensanleihen aus dem Qualitätsbereich Investment Grade.

Dem Bericht zufolge drohen in den USA rund 2 Millionen Arbeitsplätze verloren zu gehen. Die Arbeitslosenquote könnte 2023 die Marke von 5 Prozent übersteigen. Im November lag sie bei 3,7 Prozent.

Bärenmarkt für Aktien noch nicht vorbei

Trotz der jüngsten Aktienrally glaubt Citi nicht, dass der Bärenmarkt für Aktien vorbei ist. “Noch nie hat ein neuer Bullenmarkt eingesetzt, wenn eine Rezession noch nicht einmal begonnen hat”, so die Analyse. “In der Regel beginnt ein Bullenmarkt etwa in der Mitte einer Rezession.”

Laut Bloomberg-Indizes gehen US-Staatsanleihen den zweiten Monat in Folge mit positivem Ertrag entgegen. Die Rendite 10-jähriger Treasuries ist auf rund 3,5 Prozent gefallen, von über 4,2 Prozent im Oktober. Laut Citi Global Wealth könnten die Rendite 10-jähriger Papiere bis Ende 2023 auf 3 Prozent sinken. Mit der Erwartung einer wirtschaftlichen Erholung sei mit einer steiler werdenden Renditekurve zu rechnen.

(Bloomberg)