In der Nacht seien Wärmekraftwerke, Umspannwerke, Kohlebergwerke, Getreidelager und Einkaufszentren attackiert worden. «In Charkiw griffen die Russen zunächst einen Baumarkt an und führten anschliessend einen zynischen Folgeangriff auf die Rettungskräfte durch», sagte Selenskyj. Laut Behörden wurden drei Einsatzkräfte verletzt.

Selenskyj fordert Hilfe von westlichen Partnern

Russland habe allein in dieser Woche etwa 1.600 Gleitbomben, 48 Marschflugkörper und ballistische Raketen sowie fast 2.300 Drohnen eingesetzt. «So reagiert Russland auf Diplomatie und die Aufhebung der Isolation», sagte Selenskyj.

Der Präsident betonte, es sei «sehr wichtig, dass parallel zu den Verhandlungen die Unterstützung für die Verteidiger des Lebens nicht nachlässt». So müssten die von den Europäern bereits genehmigten Lieferungen von Abwehrraketen erfolgen. «Jedes solche Verteidigungspaket trägt - insbesondere vor dem Winter - dazu bei, Leben zu retten», sagte Selenskyj.

Russland meldet Tote und Zerstörung

Russland, das den Krieg gegen die Ukraine im Februar 2022 begonnen hatte, meldete ebenfalls erneut Tote, Verletzte und Zerstörung nach Kiews Gegenangriffen. Bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf die russische Stadt Belgorod seien zwei Menschen getötet worden, sagte Gouverneur Alexander Schuwajew. Es habe auch 14 Verletzte gegeben. Es gebe Schäden an mehr als 30 Wohngebäuden und weiterer ziviler Infrastruktur.

Das russische Verteidigungsministerium behauptete, die Flugabwehr habe in der Nacht 532 Drohnen in verschiedenen Regionen abgeschossen. Die Angaben der Kriegsparteien sind von unabhängiger Seite nicht überprüfbar.

Kreml will Dialog mit Europa bei Ukraine-Verhandlungen

Der Kreml in Moskau bestätigte indes Pläne für neue Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine unter US-Vermittlung im November. Ein genaues Datum nannte der aussenpolitische Berater Juri Uschakow in einem Interview des russischen Staatsfernsehens aber nicht. Allerdings befürwortete er einen Dialog auch mit den Europäern bei den Ukraine-Verhandlungen.

«Es reicht nicht, nur mit Kiew zu sprechen, man muss mit ganz Europa reden, das Kiew komplett unterstützt - und womöglich nimmt die Haltung Europas hier eine solche Schlüsselposition ein», sagte Uschakow./mau/DP/he

(AWP)