Vor allem das kaum hörbare russische Schimpfwort «bljad» - freundlich mit «verdammt» übersetzt - sorgte für Aufsehen in den Medien beider Länder. In Russland wird das Wort zensiert. Der russische Reporter Valentin Bogdanow veröffentlichte das Video mit Selenskyjs Reaktion selbst unter anderem in seinem Telegram-Kanal. Dazu postete er ein offenkundig mit künstlicher Intelligenz generiertes Foto von Selenskyj in einer Kinderspielplatz-Rakete.
Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte, dass er von Selenskyj bisher keine offizielle Ablehnung eines Besuchs in Moskau gehört habe. Russland sei offen für einen Friedensprozess. «Man muss nach Frieden streben, aber nicht um einen vorübergehenden Waffenstillstand», sagte er. Moskau lehnt Selenskyjs Vorschlag einer Waffenruhe immer wieder ab und besteht darauf, dass der Konflikt zuerst von seinen Wurzeln her gelöst werde.
Moskau: Selenskyj hat wohl Angst
Die Sprecherin des russischen Aussenministeriums, Maria Sacharowa, die als Teil der Moskauer Delegation an der UN-Generalversammlung in New York teilnimmt, machte sich lustig über Selenskyj, der wohl Angst habe, das ihn ein tödliches Schicksal ereile. Sie verwies auch auf das von Selenskyj benutzte russische Schimpfwort, das allen vor Augen führe, wer Selenskyj wirklich sei.
Der ukrainische Präsident hatte sich am Rande der UN-Generalversammlung in New York auch mit US-Präsident Donald Trump getroffen, um über eine Lösung in dem seit mehr als viereinhalb Jahren dauernden russischen Angriffskrieg zu sprechen. Ergebnisse gab es erwartungsgemäss keine.
Selenskyj betont immer wieder, dass er sich mit Putin treffen wolle, um über eine Lösung in dem Konflikt zu sprechen. Der Kremlchef zeigt sich zwar ausdrücklich bereit dazu, betont aber, dass er zu einem Treffen nur in Moskau bereit sei. Selenskyj lehnt das ab - abgesehen von der Sorge um seine Sicherheit will er auch den Eindruck vermeiden, dass Kiew vor Moskau kapituliere./mau/DP/jha
(AWP)
