Selenskyj und Trump sind in den vergangenen Jahren immer wieder - auch öffentlich - aneinandergeraten. In Brüssel betonte der ukrainische Präsident, dass er im Vorhinein nicht über den Diesel-Deal Trumps mit Kremlchef Wladimir Putin sowie die Aussetzung von Sanktionen informiert worden sei.
Selenskyj will 70 Milliarden Euro mehr von der EU für 2027
Von den europäischen Staats- und Regierungschefs, an deren Beratungen Selenskyj zuvor in Brüssel teilgenommen hatte, habe er «Unterstützung und nur Unterstützung» erhalten. Sie verstünden die ukrainische Position, sagte Selenskyj. Das sei eine «klare, eindeutige und vollkommen berechtigte Haltung». Bei dem EU-Gipfel in Brüssel steht unter anderem die finanzielle Unterstützung der Ukraine für die Jahre 2026 und 2027 auf der Agenda.
In einer Rede vor den Staats- und Regierungschefs, die Selenskyj auf der Plattform X postete, forderte er 70 Milliarden Euro mehr von der EU für das nächste Jahr «für die Verteidigung, für Waffen und für unsere Widerstandsfähigkeit». Der Krieg werde die Ukraine in der Zeit 155 Milliarden Euro kosten.
Der ukrainische Finanzminister Serhij Martschenko hatte den zusätzlichen Finanzbedarf der Ukraine bereits im September bei einem Besuch in Brüssel erläutert. Er erklärte, im regulären Haushalt seines Landes fehlten für nächstes Jahr 32,6 Milliarden US-Dollar (29,1 Milliarden Euro). Die Lücke für die Verteidigungsausgaben bezifferte er auf 45 Milliarden US-Dollar.
Hoffnung auf Aufhebung der Starlink-Drosselung
Mit Blick auf die vorübergehende Drosselung des militärisch genutzten Satelliteninternets in der Ukraine zeigte sich Selenskyj optimistisch, dass diese wieder aufgehoben werde. Sein Verteidigungsministerium stehe in Kontakt mit der US-Seite. «Meine Partner haben mir mitgeteilt, dass es Anzeichen aus dem Weissen Haus gibt, dass diese Kapazitäten wiederhergestellt werden sollen», sagte der Präsident./vni/DP/nas
(AWP)
