Ein Online-Bericht der «Tiroler Tageszeitung» («TT») wurde der österreichischen Nachrichtenagentur APA am Donnerstag aus Justizkreisen bestätigt. Konkret wirft die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) Benko vor, gegenüber dem früheren Strabag-Chef Hans Peter Haselsteiner respektive Vertretern von dessen Familienstiftung eine «wahrheitswidrige Garantie» abgegeben und die Stiftung «betrügerisch in Höhe von rund fünf Millionen Euro» geschädigt zu haben.
Teures Jagdgewehr
Im zweiten Anklagepunkt geht es um den Krida-Vorwurf: Die Behörde wirft Benko laut Anklage vor, im Rahmen der Signa-Insolvenz und seiner Insolvenz als Einzelunternehmer die Befriedigung von Gläubigerforderungen verhindert respektive geschmälert zu haben, indem er ein Jagdgewehr im Wert von 80'000 Euro verborgen haben soll.
Benkos Anwalt Norbert Wess hatte die Vorwürfe bereits im Juni in einer Stellungnahme vehement zurückgewiesen. «Wir können die Vorwürfe in der Anklageschrift bereits in rechtlicher Hinsicht nicht nachvollziehen», so Wess zur APA.
Frühere Verurteilung
Der insolvente Signa-Gründer war erst vergangene Woche in einer anderen Causa in Innsbruck wegen «betrügerischer Krida» zu 30 Monaten unbedingter Haft verurteilt worden. Das Urteil betraf eine Schenkung in Höhe von 300'000 Euro an seine Mutter sowie eine Mietvorauszahlung von rund 360'000 Euro für eine Villa auf der Innsbrucker Hungerburg. Es ist mittlerweile rechtskräftig.
Benko hatte mit seinem Immobilien- und Handelsimperium Signa ein Milliarden-Vermögen aufgebaut. Steigende Zinsen und Baukosten sowie risikoreiche Zukäufe wie die der deutschen Warenhauskonzerne Karstadt und Kaufhof trieben die Signa in die Insolvenz. Die Signa-Gruppe war auch Mitbesitzerin der Schweizer Warenhausgruppe Globus.
(AWP)
