Von Januar bis September 2026 setzte Sika mit seinen Produkten, die etwa zur Verstärkung und Abdichtung von Baumaterialien verwendet werden, 8,71 Milliarden Franken um. In Lokalwährungen entspricht dies einem Wachstum von 4,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Dem starken Schweizer Franken konnte sich Sika allerdings nicht entziehen. Währungseffekte schmälerten den ausgewiesenen Umsatz um 3,2 Prozent, sodass dieser in Franken gerechnet noch um 1,6 Prozent zunahm, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte.

Wachstum aus eigener Kraft

Ein besonderes Augenmerk haben die Anleger auf das sogenannte organische Wachstum. Dieses besagt, wie stark ein Unternehmen um Währungen und Übernahmen bereinigt wachsen kann. Mit einem Plus von 4,6 Prozent im dritten Quartal haben die Innerschweizer die Erwartungen mehr als erfüllt. Im zweiten Quartal waren es 5,7 Prozent gewesen.

Die Zahl ist wichtig, weil Sika davor während einiger Zeit nicht mehr aus eigener Kraft gewachsen war. Das lag einerseits an der lange schwächelnden Bautätigkeit weltweit. Der andere Grund ist in China zu finden.

Wermutstropfen China

Denn während Sika in den Regionen EMEA (Europa, Naher Osten, Afrika) und Amerikas dank Infrastrukturprogrammen und dem Rechenzentren-Boom kräftig gewachsen ist, schrumpfte der Umsatz im asiatisch-pazifischen Raum. Der Klotz am Bein heisst China.

Dort hält der Abschwung der Bauwirtschaft unvermindert an - sie schrumpft laut Sika nach wie vor mit zweistelligen Raten. Auf diese Entwicklung hatte das Unternehmen bereits im vergangenen Herbst mit einem Stellenabbau reagiert. Das Sparprogramm soll allein in diesem Jahr Einsparungen von 80 Millionen Franken bringen.

Experten hatten im Vorfeld mit einer Besserung des China-Geschäfts gerechnet - und wurden enttäuscht. Gleiches galt für die Börse, welche die Sika-Papiere in den ersten Handelsstunden um 1,6 Prozent nach unten schickte.

Ob und wann eine «Normalisierung» in China eintritt, sei eine der zentralen Fragen, die das Management nun beantworten müsse, schrieb die ZKB in einem Kommentar.

Prognosen bestätigt

Bei der Profitabilität machte die Sika ebenfalls Fortschritte, nicht zuletzt dank der Einsparungen aus dem Effizienzprogramm. Der operative Gewinn auf Stufe EBITDA nahm in den ersten neun Monaten um 1,9 Prozent auf 1,68 Milliarden Franken zu und die Marge blieb mit 19,2 Prozent stabil.

Die Prognosen für das gesamte Jahr wurden bestätigt. Sika peilt in Lokalwährungen ein Wachstum von 3 bis 6 Prozent an und die operative Marge soll bei 19 bis 19,5 Prozent zu liegen kommen.

Eine Erholung der China-Geschäfte bereits im laufenden Jahr dahingestellt - im letzten Jahresviertel 2026 sollte Sika nach Ansicht von Analysten auf jeden Fall weiter zulegen. Denn Ende 2025 hatte der längste Shutdown der US-Regierung noch Bauvorhaben ausgebremst. Die Vergleichsbasis ist also relativ einfach.

ra/to

(AWP)