Zuvor hatte eine Äusserung Ficos, die auf Internetplattformen verkürzt wiedergegeben worden war, für mediales Aufsehen gesorgt. Der slowakische Premier hatte am Donnerstag davor gewarnt, dass das Risiko einer unkontrollierbaren Eskalation «so hoch wie nie» sei: «Es genügt, dass eine Drohne absichtlich oder unabsichtlich ein Wohnhaus in einem Nato-Staat trifft und Zivilisten tötet» - und schon könne ein Bündnisfall eintreten, der auch das Nato-Mitglied Slowakei betreffe.

Deshalb sei es «die Pflicht von uns Politikern, wieder öfter von Frieden zu reden» und rechtzeitig nach einem Ausweg zu suchen. Er als Regierungschef wolle alles dafür tun, dass die Slowakei niemals «wegen irgendeines Artikels 5 in einen militärischen Konflikt hineingezogen» werde.

In Social-Media-Foren wurde aber statt seiner Warnung vor einer Eskalation nur diese Randbemerkung als Video-Auszug verbreitet und so interpretiert, dass er «die Verteidigung von Nato-Verbündeten» im Kriegsfall verweigere. Slowakische Oppositionspolitiker warfen ihm daraufhin vor, die Nato-Beistandspflicht infrage zu stellen.

Darauf reagierte Fico am Samstag wiederum mit dem trotzigen Hinweis, dass auf die Bündnistreue des Westens selbst wenig Verlass sei. 1938 hätten die Westmächte die Tschechoslowakei «wie ein gebratenes Huhn» Adolf Hitler zum Frass vorgeworfen./ct/DP/zb

(AWP)