Mit dem Ergebnis der Midterms habe sich die Unsicherheit hinsichtlich grosser gesetzgeberischer Änderungen verringert, sodass sich die Anleger wieder auf die Gewinne und die wirtschaftlichen Fundamentaldaten konzentrieren könnten, kommentierte ein Marktbeobachter mit Blick in die USA. Die US-Wähler haben die Republikaner von Präsident Donald Trump abgestraft und der Demokratischen Partei die Kontrolle über den Kongress beschert.

Die verbesserte Marktstimmung sei jedoch nicht ausschliesslich auf die Wahlen zurückzuführen: Sollten Ölpreis und Anleihe-Renditen weiter sinken, während sich die Gewinne als widerstandsfähig erweisen, könnte sich die Erholung ausweiten, unter anderem selektiv im Technologiesektor.

So haben die Ölpreise im Vergleich zum Vortag weiter nachgegeben: Ein Fass der Nordseesorte Brent kostete zuletzt 100,81 US-Dollar, was ein Rückgang von 2,7 Prozent war. In der letzten Oktoberwoche waren noch Preise zwischen 115 und 118 Dollar bezahlt worden.

Derweil tendiert der US-Dollar sowohl zum Euro als auch zum Franken zur Schwäche.

Bankenbranche profitiert

Nach den Wahlen gibt es aber auch die Sorge an den Finanzmärkten vor einer stärkeren Regulierung des KI-Sektors in den USA durch die Demokraten. Ähnliche Befürchtungen bestehen auch für den Pharmasektor, was allerdings die Pharmaschwergewichte zumindest am (heutigen) Handelstag kaum belastete.

Der Leitindex SMI stand gegen 16.00 Uhr um 1,7 Prozent im Plus bei 14'996 Punkten, und der breite SPI gewann 1,6 Prozent auf 21'125 Punkte. Auch andere wichtige Börsen - etwa Deutschland, Frankreich und Grossbritannien - legen deutlich zu. Und die US-Börsen starteten ebenfalls nach dem Wahlergebnis klar fester in den Handel: So legte der Dow Jones Index am Nachmittag hiesiger Zeit um mehr als 2 Prozent zu.

Im SMI schiessen zahlreiche der Werte um mehr als 3 Prozent nach oben, darunter die UBS-Titel mit einem Plus von 3,7 Prozent. Die Aktien der Grossbank profitieren von einem Bloomberg-Bericht über einen neuen Kompromissvorschlag im Ringen um die Eigenkapitalvorschriften. Gleichzeitig gehen auch die Spekulationen an den Märkten um einen möglichen Verkauf der UBS weiter - als Käufer genannt wird erneut Morgan Stanley.

Bankentitel legen insgesamt am Mittwoch in ganz Europa zu: In Marktkreisen wird für diese Stärke unter anderem auf den Wechsel zu den Demokraten in den USA verwiesen. So komme es zu Umschichtungen aus den KI-exponierten Bereichen in Bankenwerte. Ausserdem werde mit dem Sieg der Demokraten in beiden Kammern eine expansivere US-Fiskalpolitik schwieriger, was wiederum die langfristigen Inflations- und Zinsrisiken senke, heisst es.

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(AWP)