«Grosse Stablecoins und eine fehlende Anbindung an das zweistufige Finanzsystem erschweren unter anderem die Transmission der Geldpolitik», sagte SNB-Direktoriumsmitglied Petra Tschudin am Mittwoch an der KOF-Prognosetagung in Zürich gemäss Präsentationsunterlagen.

Grundsätzlich begrüsse die SNB Innovationen im Zahlungsverkehr, sofern dieser damit sicherer und effizienter werde. Auch eine Modernisierung des zweistufigen Finanzsystems aus Geschäftsbanken und Zentralbank sei sinnvoll.

Private digitale Geldformen müssten allerdings so ausgestaltet sein, dass sie die Erfüllung des SNB-Mandats nicht gefährdeten. Bei Stablecoins seien daher deren konkrete Ausgestaltung und Regulierung entscheidend.

Bereits im Sommer hatte die SNB vor möglichen Risiken von Stablecoins für die Finanzstabilität gewarnt. In der Schweiz seien diese wegen der bislang geringen Verbreitung zwar begrenzt, hiess es im Bericht zur Finanzstabilität 2026. Bei einem starken Abfluss von Bankguthaben in Stablecoins könnten diese aber insbesondere in Krisenzeiten die Instabilität des Bankensektors verstärken.

Stablecoins sind privat ausgegebene digitale Vermögenswerte. Deren Wert ist typischerweise an Währungen wie den Dollar oder Franken gekoppelt. Sie hatten 2025 vor allem in den USA wegen der kryptofreundlichen Regulierung der Trump-Regierung einen Boom erlebt. In der Schweiz spielen Stablecoins nur eine Nischenrolle. Ein «digitaler Franken» mit Beteiligung mehrerer Banken und Finanzunternehmen ist derzeit in der Testphase.

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(AWP)