Die Nationalbank müsse ihren Fokus auf die Preisstabilität unter Berücksichtigung der konjunkturellen Entwicklung legen, sagte Schlegel. Darauf seien ihre Instrumente wie Leitzins und Devisenmarktinterventionen zugeschnitten.

Gleichzeitig bezeichnete Schlegel den Klimawandel als «eine der grössten Herausforderungen für die gesamte Menschheit in den nächsten Jahrzehnten». Die SNB untersuche dessen Folgen für ihre Aufgaben genau. Der jüngste Anstieg der Inflation sei allerdings «fast ausschliesslich auf Erdölprodukte zurückzuführen».

Dürren könnten zwar beispielsweise Ernten schmälern und Nahrungsmittel verteuern. Solche vorübergehenden Angebotsschocks könne eine Zentralbank jedoch kaum bekämpfen. Verändere der Klimawandel längerfristig die Wirtschaftsstruktur, könne die Geldpolitik aber auf die Folgen reagieren.

Auch für die Finanzstabilität und die eigenen Anlagen sieht Schlegel Klimarisiken. Diese würden sich allerdings über deutlich längere Zeiträume als traditionelle Risiken materialisieren. Kurzfristig überwögen bei den SNB-Anlagen etwa Wechselkurs- und Zinsrisiken.

Eine gezielte klimafreundliche Steuerung des Portfolios hält Schlegel für wenig wirksam. Es sei «nicht plausibel», dass die SNB als kleiner Investor auf den globalen Kapitalmärkten durch den Verkauf einzelner Aktien Einfluss auf den Klimawandel nehmen könne.

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(AWP)