«Aus Sicht der Finanzstabilität ist eine möglichst hohe Unterlegung am besten», sagte der Währungshüter in der Sendung «Samstagsrundschau» von Radio SRF.

Ob die vom Ständerat beschlossenen 90 Prozent oder die vom Bundesrat verlangten 100 Prozent für die Eigenkapitalunterlegung der UBS-Auslandstöchter gelten sollen, müsse allerdings die Politik entscheiden, sagte Schlegel. Die von der Regierung aus der Credit-Suisse-Krise gezogenen Lehren und vorgeschlagenen Massnahmen seien aus Sicht der Nationalbank «zielgerichtet und angemessen».

Der scharfen Kritik von UBS-Chef Sergio Ermotti an den Behörden, sie trügen eine Mitschuld am Untergang der CS und hätten zu spät eingegriffen, hielt Schlegel entgegen, dass die Parlamentarische Untersuchungskommission (PUK) zur CS-Krise zu einem anderen Schluss gekommen sei. Diese habe Management und Verwaltungsrat für die Krise verantwortlich gemacht.

Zugleich habe die PUK Verbesserungsvorschläge für die Behörden gemacht, betonte Schlegel. Die SNB selbst sei nicht für die Bankenaufsicht, sondern für die Finanzstabilität zuständig.

Die Stimmung zwischen SNB und UBS sei trotz des öffentlichen Schlagabtauschs nicht getrübt, sagte Schlegel weiter. Die Kritik Ermottis habe die Nationalbank «zur Kenntnis genommen».

Zu einem möglichen Wegzug der UBS aus der Schweiz äusserte sich der SNB-Präsident zurückhaltend. Die Wahl des Hauptsitzes sei letztlich Sache der Bank. «Die Schweiz profitiert sicherlich von der UBS. Die UBS profitiert aber auch von der Schweiz.»

(AWP)