Die Abwertung steht laut Schlegel im Einklang mit den grösser gewordenen Zinsunterschieden zwischen der Schweiz und den grossen Währungsräumen. Zwar seien auch die längerfristigen Zinsen in der Schweiz etwas gestiegen, allerdings weniger stark als etwa im Ausland. Dadurch wurde der Franken für Anleger relativ weniger attraktiv.

Der schwächere Franken hinterlässt auch bei der Inflation Spuren. Die SNB hat ihre mittelfristige Inflationsprognose gegenüber Juni leicht angehoben. Dies sei unter anderem auf die Abschwächung des Frankens zurückzuführen. Ein schwächerer Franken verteuert tendenziell importierte Waren und Dienstleistungen.

Gemäss der SNB dürfte die Inflation im vierten Quartal 2026 noch etwas ansteigen, bevor sie im Verlauf des Jahres 2027 wieder zurückgehe. Sie erwarten den Rückgang, weil die aktuell deutlich erhöhte Teuerung bei der Energie in den kommenden Quartalen wieder sinken dürfte. «Danach steigt die bedingte Inflationsprognose leicht an», sagte Schlegel.

Für die Schweizer Wirtschaft wirkt die Frankenabwertung laut SNB gleichzeitig stützend. Sie erleichtert insbesondere exportorientierten Unternehmen das Geschäft im Ausland.

Die weitere Wechselkursentwicklung bleibt für die SNB allerdings ein Unsicherheitsfaktor. Bei Bedarf sei die Nationalbank weiterhin bereit, am Devisenmarkt einzugreifen, bekräftigte Schlegel.

to/hr

(AWP)