Die Gewerkschaft kritisierte den Entscheid des Medienhauses scharf. «Ringier trägt auch Verantwortung für die rund 1850 Zusteller von Presto, welche die Sonntagspresse verteilen», hiess es. Das Unternehmen könne die sozialen Folgen nicht einfach auf die Auftragnehmerin abschieben.
Konkret sollen bei der Post-Tochter Presto über 60 Mitarbeiter ihre Stelle verlieren. Für fast 500 weitere Angestellte seien reduzierte Arbeitsstunden geplant. Viele der Zusteller seien auf den Zusatzverdienst am Sonntag angewiesen, weil ihre Rente nicht ausreiche.
Beteiligung an Sozialplan gefordert
Syndicom forderte Ringier auf, sich substanziell an einem allfälligen Sozialplan zu beteiligen. Gemeinsam mit dem Post-Konzern als Besitzer von Presto müssten Entlassungen verhindert werden. Falls dies nicht möglich sei, brauche es gute Sozialpläne und einen Fonds für Härtefälle.
Die Einstellung des «SonntagsBlicks» stelle auch einen Einschnitt in die Schweizer Medienlandschaft dar. Für die Redaktion sowie die Mitarbeitenden in Produktion und Druck bedeute der Entscheid grosse Unsicherheit.
Presto bedauert Auswirkungen
Presto bedauere die möglichen Auswirkungen auf die betroffenen Mitarbeiter sehr, schrieb eine Post-Sprecherin in einer Stellungnahme: «Presto wird alles daransetzen, die Folgen so sozialverträglich wie möglich zu gestalten.»
Presto führe ein Konsultationsverfahren durch: Die Mitarbeiter könnten Vorschläge einreichen, wie Kündigungen oder Änderungskündigungen vermieden oder begrenzt oder deren Folgen gemildert werden könnten. «Presto nimmt Gespräche mit den Sozialpartnern der Post, der Gewerkschaft Syndicom und dem Personalverband Transfair, über einen Sozialplan auf», hiess es weiter.
(AWP)
