Mit den erworbenen Frequenzen kann SpaceX künftig eine bessere Mobilfunkversorgung anbieten, insbesondere auch innerhalb von Gebäuden. Damit räume das Unternehmen eines der letzten grossen Hindernisse für den Aufbau eines eigenen Mobilfunknetzes aus dem Weg, teilte SpaceX mit. Verkäufer der Frequenzen ist die Investmentgesellschaft Grain Management.
Der neue Anbieter namens Starlink Mobile soll nach bisherigen Plänen Ende 2027 starten. Anders als zunächst erwartet will SpaceX dabei nicht nur Kunden in abgelegenen Regionen erreichen, sondern auch in dicht besiedelten Städten mit den etablierten Anbietern konkurrieren.
SpaceX betreibt mit Starlink bereits ein weltweites Satellitennetz, das in zahlreichen Ländern einen schnellen Internetzugang ermöglicht. Für das neue Mobilfunkangebot sollen die Satelliten künftig mit herkömmlichen Mobilfunkantennen am Boden kombiniert werden. Ziel ist eine möglichst lückenlose Versorgung in den gesamten USA.
Preiskampf befürchtet
Der Vorstoss könnte den Wettbewerb im amerikanischen Mobilfunkmarkt erheblich verschärfen. Die Luzerner Kantonalbank (LUKB) warnt, dass je nach Preisstrategie von SpaceX nicht nur die Marktanteile der bisherigen Anbieter, sondern auch die Mobilfunktarife unter Druck geraten könnten.
Allerdings sind noch zahlreiche Fragen offen. So benötigt SpaceX zunächst die Genehmigung der US-Telekomaufsicht FCC. Zudem ist unklar, wie das Unternehmen sein Netz am Boden aufbauen will. Das dürfte laut Branchenexperten sehr teuer werden.
Die etablierten Anbieter geben sich denn auch gelassen. AT&T-Chef John Stankey bezeichnete die Pläne von SpaceX Ende September als nicht tragfähig. Auch Verizon-Chef Dan Schulman sieht in Starlink Mobile bislang keinen direkten Konkurrenten. In Städten seien herkömmliche Mobilfunknetze bis zu tausendmal effizienter als Satellitenverbindungen, argumentierte er.
Auch Schweizer Telekomaktien unter Druck
An den Finanzmärkten sorgten die Pläne dennoch für Nervosität. Die Aktien der US-Mobilfunkriesen AT&T, Verizon und T-Mobile verloren am Donnerstag nachbörslich zeitweise rund 5 bis 6 Prozent.
Auch in Europa hinterliess die Nachricht Spuren. An der Schweizer Börse gaben am Freitag die Aktien von Swisscom und Sunrise zeitweise um rund 2 Prozent nach. In Börsenkreisen wird darüber spekuliert, ob SpaceX eines Tages auch in Europa in den Mobilfunkmarkt einsteigen könnte. Konkrete Pläne dafür sind bislang allerdings nicht bekannt.
to/uh
(AWP)
