Spekulationen der Anleger auf ein grösseres Angebot an russischem Treibstoff drückten ⁠zu Wochenbeginn den Preis für Nordsee-Rohöl der Sorte Brent um gut ein Prozent ‌auf 108,59 Dollar je Fass (159 Liter). US-Leichtöl ‌WTI verbilligte sich leicht auf ​101,31 Dollar je Fass. Trump hatte am Freitag per Erlass wichtige Sanktionen und Zölle gegen Russland ausgesetzt. US-Aussenminister Marco Rubio sagte jedoch, der Präsident werde bis zu 60 Tage lang die Auswirkungen ‌auf die Weltwirtschaft prüfen.

Analysten mahnten jedoch zur Vorsicht und bezeichneten den Schritt Trumps als kurzfristigen Versuch, die Ölpreise vor den US-Zwischenwahlen ​zu senken. Auch die gemischten Signale aus Washington sorgten ​für Unsicherheit, sagte Tim Waterer, Chefanalyst ​bei KCM Trade. «Solange die Details und die Dauer nicht klarer sind, ist ‌es unwahrscheinlich, dass der Markt einen nachhaltigen Anstieg des Angebots vollständig einpreist.»

Am Freitag hatte der Brent-Preis angesichts von Spannungen im Nahen Osten ​und ​Sicherheitsrisiken für die Schifffahrt kurzzeitig ⁠die Marke von 110 Dollar je ​Fass erreicht. Dem Analysehaus ⁠Kpler zufolge haben verstärkte Angriffe auf Handelsschiffe die Rohölströme aus ‌der Golfregion in der vergangenen Woche stark einbrechen lassen. Zudem hatte Ägypten erklärt, es sei bereit, Saudi-Arabien bei ‌der Verteidigung gegen die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen ​im Jemen beizustehen.

(Reuters)