Die nun vorgestellten Massnahmen sind Teil des SRG-weiten Transformationsprojektes «Enavant», mit dem bis 2029 rund 270 Millionen Franken gespart werden sollen, wie Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) am Montag mitteilte. Insgesamt resultieren bei SRF Einsparungen von 9,7 Millionen Franken. Davon fallen 7,9 Millionen Franken direkt bei SRF an, weitere 1,8 Millionen Franken bei Produktionsleistungen für SRF.
Von den Einsparungen und Personalmassnahmen bei SRF seien alle Angebotseinheiten - Information, Kultur, Gesellschaft und Wissen sowie Unterhaltung - und die regionale Distribution betroffen. Der damit verbundene Abbau von 38 Vollzeitstellen soll rund zur Hälfte über die natürliche Fluktuation erfolgen.
Die Sparmassnahmen führen auch zu Änderungen im Programm. Damit verbunden seien Anpassungen am Mittwoch und Donnerstag auf SRF 1: Der lineare Sendeplatz von «Reporter» am Mittwochabend werde nicht weitergeführt. Die Marke werde stattdessen multimedial weiterentwickelt.
Der «Kulturplatz» übernehme ab 2027 den Sendeplatz von «Reporter» zur Primetime um 21 Uhr. Auf dem bisherigen Sendeplatz um 22.25 Uhr folgen künftig Ausgaben von Reportagen. Der «DOK»-Sendeplatz am Donnerstag um 20.10 Uhr werde um weitere Inhalte ergänzt: Neben Dokumentationen seien neu auch alle Folgen von «Mona mittendrin», «Donat auf Achse» sowie «DOK»-Filme von RSI und RTS zu sehen.
Weitere Einsparungen sollen durch eine engere Zusammenarbeit der Sprachregionen bei den Sendungen «Kassensturz» und «Rundschau» erzielt werden. Zudem senke SRF die Herstellungs- und Produktionskosten bei diversen Formaten.
Weniger Erstausstrahlungen im Radio
Auch im Radio komme es zu Anpassungen. SRF konzentriere Erstausstrahlungen von wöchentlichen Formaten künftig auf die 40 wirkungsstärksten Wochen des Jahres. Im Sommer oder über Feiertage sollen vermehrt Wiederholungen oder moderierte Musikprogramme gesendet werden. Betroffen davon seien unter anderem die Sendungen «International», die «Samstagsrundschau» und «Spasspartout».
Die Kultursender Radio SRF 2 Kultur, RTS Espace 2 und Rete Due sollen mittelfristig enger zusammenarbeiten. Bei SRF Virus erfolgt eine Fokussierung auf digitale Plattformen, wie es weiter hiess.
Laut SRF-Direktor Roger Elsener verfolgt SRF mit den Massnahmen auch das Ziel, sich zu einem modernen, digitalen Medienhaus zu entwickeln, das vermehrt ein jüngeres Publikum erreicht. Angebote würden stärker auf Streaming und die neue Plattform Play+ ausgerichtet.
Auch der SRG-weite Bereich Angebot trägt mit 7,4 Millionen Franken zum Sparkurs bei. Damit verbunden sei ein Abbau von zwölf Vollzeitstellen. Unter anderem werden die Sportrechte angepasst, weshalb die SRG ab der Saison 2027/2028 keine Live-Spiele der Uefa Champions League mehr ausstrahlen wird.
(AWP)
