Der 42-Jährige folgt auf Markus Bernsteiner, der den Konzern seit 2023 operativ führt. Bernsteiner will sich mit 60 Jahren auf Verwaltungsratsmandate konzentrieren, wie Stadler am Dienstag mitteilte. Der Wechsel sei «von langer Hand» geplant gewesen.

Vom Projektleiter zum CEO

Der designierte neue Chef Brunner arbeitet seit 2010 für Stadler und ist damit bereits mit Mitte zwanzig zum Ostschweizer Konzern gestossen. Er kenne den Herstellungsprozess von Schienenfahrzeugen, die globale Zulieferindustrie sowie die Märkte in Europa, Asien und Nordafrika «von Grund auf», heisst es im Communiqué. Der heutige Verwaltungsratspräsident Peter Spuhler habe ihn damals selbst eingestellt.

Brunner studierte Betriebswirtschaft an der Universität St. Gallen und absolvierte einen MBA an der ETH Zürich. Erste Berufserfahrung sammelte er bei der UBS und in der Konsumgüterbranche.

Seine Karriere bei Stadler begann er als Projektleiter in Indien. Ein Jahr später habe er «eine schwierige Situation» in Algerien übernommen und dort einen Wartungsstandort aufgebaut. Ab 2012 leitete er dann den Aufbau des Werkes in Minsk, Weissrussland, das er ab 2016 als CEO «zu einem der erfolgreichsten Unternehmen innerhalb der Stadler-Gruppe mit gegen 2000 Mitarbeitern» führte. Aufgrund der Sanktionen musste Stadler das Werk inzwischen stark herunterfahren.

Heute leitet Brunner die Division Zentraleuropa und seit Januar 2026 interimistisch auch die Division Deutschland. Seit 2021 gehört er der Stadler-Konzernleitung an. Der designierte CEO habe das Geschäft in Zentraleuropa mit über 2600 Mitarbeitenden stark ausgebaut und profitabel gemacht, so das Unternehmen. «Philipp Brunner gilt als anerkannte und hervorragende Führungsperson, mit grosser Branchenkenntnis.»

Bernsteiner führte durch schwierige Zeiten

Der abtretende CEO Bernsteiner kam 1999 zu Stadler und war unter anderem Chef des Werks in Bussnang, Leiter der Division Schweiz, Leiter der Division Components und stellvertretender Group CEO. Seit Anfang 2023 führt er die Stadler-Gruppe operativ.

Seine Amtszeit fiel damit in eine für Stadler herausfordernde Phase. Dazu trugen die Nachwirkungen der Pandemie, der Ukraine-Krieg, die Überschwemmungen von 2024 und unterbrochene Lieferketten bei. «Zusammen mit der Konzernleitung und den Mitarbeitenden hat Markus Bernsteiner Stadler durch eine herausfordernde Phase geführt, die Resilienz gesteigert und das Fundament für höhere Profitabilität gelegt», wird der Konzernchef gelobt.

Unter Bernsteiner stieg der Umsatz im ersten Halbjahr 2026 um 40 Prozent auf 2,0 Milliarden Franken. Für 2026 erwartet Stadler weiterhin einen Umsatz von deutlich über 5,0 Milliarden Franken und eine EBIT-Marge von über 5,0 Prozent.

Die Nachfolge an der Spitze der Divisionen Zentraleuropa und Deutschland ist laut der Mitteilung weit fortgeschritten. Die neuen Divisionsleiter sollen später bekannt gegeben werden.

ls/rw

(AWP)