US-Währung Warum der Dollar stark ist und andere Währungen schwach

Donald Trumps Wirtschaftsberater wirft anderen Ländern vor, dass sie sich zulasten des Dollars Währungsvorteile verschaffen. Die Gründe für die Dollar-Stärke sind allerdings vielfältig.
04.02.2017 10:23
Gebündelte 100-Dollar-Noten.
Gebündelte 100-Dollar-Noten.
Bild: Pixabay

Trumps Handelsberater Peter Navarro hat Deutschland, Japan und China vorgeworfen, sich mit Währungsabwertungen Vorteile für ihre Firmen auf dem Weltmarkt zu verschaffen. Dies bremse die US-Wirtschaft. Die momentane Dollar-Stärke hat aber viele Gründe. Ein Überblick:

Dollar

Der Dollar-Index, der den Wert der US-Devise zu anderen wichtigen Währungen widerspiegelt, hat seit Sommer 2016 um rund vier Prozent zugelegt. Das liegt daran, dass die US-Wirtschaft zuletzt kräftig gewachsen ist, auch wenn es im Schlussquartal 2016 nur zu einer aufs Jahr hochgerechneten Rate von 1,9 Prozent reichte nach 3,5 Prozent im Sommer. Zudem hat die US-Notenbank Fed den Leitzins bereits zwei Mal behutsam angehoben - auf die aktuelle Spanne von 0,5 bis 0,75 Prozent. Für 2017 hat sie weitere drei Schritte nach oben signalisiert. Das macht Investments im Dollar-Raum attraktiver. Der neue Präsident Donald Trump will die Wirtschaft zudem mit radikalen Steuersenkungen, billionenschweren Investitionen in die Infrastruktur und weniger Vorschriften zusätzlich anzuheizen.

Euro

Der Euro hat seit Sommer 2016 knapp vier Prozent an Wert zum Dollar eingebüsst. Dahinter steht die wacklige Konjunkturerholung im Euro-Raum. Ausserdem hält die EZB die Zinsen auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent. Auch das grossangelegte Wertpapier-Kaufprogramm der Währungshüter schwächt tendenziell den Euro, da es dazu führt, dass die Renditen am Anleihenmarkt niedrig bleiben. Nach einer Bundesbank-Studie haben die seit 2014 getroffenen EZB-Entscheidungen zu den Käufen bis Ende 2016 den Euro zum Dollar um 6,5 Prozent geschwächt.

Yen

In Japan stemmen sich Regierung und Notenbank bereits seit mehreren Jahren mit Konjunkturhilfen und einer ultra-expansiven Geldpolitik gegen die Deflation. Ein solcher Preisverfall auf breiter Front hat das Land lange gelähmt. Erst unlängst hatte die Bank von Japan angekündigt, sie wolle mit ihren Wertpapierkäufen die Rendite der richtungsweisenden 10-jährigen Anleihen bei null Prozent halten. Seit 2013 hat der Yen zum Dollar zeitweise um 20 Prozent abgewertet.

Yuan

Der chinesische Yuan büsste im vergangenen Jahr so stark an Wert ein wie seit 1994 nicht mehr. Dazu trugen unter anderem die steigenden Zinsen in den USA bei. Denn Geldanlagen in den Vereinigten Staaten werden damit attraktiver. Dazu kommt, dass die Phase des exportgetriebenen Turbo-Wachstums in China vorbei ist. Der Fokus soll künftig stärker auf dem privaten Konsum liegen. Die Wachstumsraten sinken, was die Kapitalflucht beschleunigt. 2016 hat die Volksrepublik rund 330 Milliarden Dollar in die Hand genommen, um die Kapitalflucht abzumildern und die Landeswährung zu stabilisieren.

(Reuters)