Nestlé Waters habe sämtliche Verpflichtungen aus der 2024 mit der Staatsanwaltschaft von Épinal geschlossenen Vereinbarung erfüllt, hiess es. Die Nestlé-Tochter, zu der die Marken Vittel, Perrier, Contrex, Hépar und San Pellegrino gehören, hatte im September 2024 eine sogenannte «Vereinbarung über das öffentliche Interesse» geschlossen.

Dieses Verfahren ermöglicht es einem Unternehmen, eine Geldbusse zu zahlen. Im Gegenzug wird die Strafverfolgung eingestellt.

Auflagen erfüllt

Der Staatsanwalt von Épinal, Frédéric Nahon, stellte fest, dass die Strafverfolgung gegen Nestlé Waters beendet sei. Das Unternehmen habe im Rahmen der Vereinbarung «sämtliche ihm auferlegten Verpflichtungen erfüllt», teilte er am Mittwoch in einem Communiqué mit.

Zu den Auflagen gehörten insbesondere die Zahlung einer Geldbusse in Höhe von 2 Millionen Euro innerhalb von drei Monaten sowie die Entschädigung der Geschädigten mit insgesamt 516'800 Euro.

Darüber hinaus musste das Unternehmen unter Aufsicht des französischen Amtes für Biodiversität (OFB) innerhalb von zwei Jahren «Massnahmen zur Wiederherstellung und Renaturierung der Naturräume und Gewässer umsetzen, die durch seine Betriebsgebiete fliessen». In diesem letzten Punkt stellte das OFB Ende September in einem Bericht fest, dass die geforderten Massnahmen «vollständig umgesetzt» worden seien.

Illegale Filterverfahren

Die Vereinbarung war das Ergebnis von zwei Vorermittlungsverfahren. Das erste betraf Bohrungen, die ohne Genehmigung betrieben wurden. Das zweite bezog sich auf den Vorwurf der Täuschung, da bei der Aufbereitung des Mineralwassers nicht zugelassene Verfahren eingesetzt worden waren.

Nestlé hatte deren Verwendung eingeräumt. Konkret ging es um den Einsatz von ultravioletter Strahlung und Aktivkohlefiltern. In anderen Regionen laufen weitere Ermittlungen und Gerichtsverfahren.

Das europäische Wassergeschäft gilt bei Nestlé seit Jahren als Sorgenkind. Seit Ende 2024 suchte Nestlé nach einer neuen Eigentümerstruktur. In dieser Woche hat Nestlé eine wichtige Hürde bei der Auslagerung des Wassergeschäfts genommen. Die EU-Kommission hat die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens mit der US-Beteiligungsgesellschaft Platinum Equity genehmigt.

Der Konzern folgt damit seiner Strategie, sich stärker auf wachstums- und margenstärkere Bereiche wie Kaffee, Tiernahrung und Nutrition sowie auf Kulinarikprodukte und Snacks zu konzentrieren.

(AWP)