Zwischen Juli und September setzte Straumann 667,1 Millionen Franken um, ein Plus von 9,4 Prozent. Organisch, also ohne Akquisitionen und Währungseffekte, hätte das Wachstum bei 9,2 Prozent gelegen, wie aus einem Communiqué vom Mittwoch hervorgeht.
Damit hat Straumann das Tempo nochmals erhöht. Denn nach einem Plus von 7,1 Prozent im ersten Quartal lag das Plus im zweiten dann schon bei 8,5 Prozent. Gewinnzahlen legt Straumann zu den ungeraden Quartalen jeweils nicht vor.
Prozentual zweistellige Wachstumsraten erzielte Straumann in der wichtigsten Region EMEA (Europa, Naher Osten & Afrika) sowie in Asien-Pazifik, die beide organische um etwas mehr als 10 Prozent wuchsen. Vor allem das asiatische Geschäft stand in den vergangenen Quartalen besonders im Fokus. Dort wartet Straumann in China nach wie vor auf Details zur nächsten Runde der geplanten Preisreform der Regierung in Peking.
«In China bleibt die geplante Preisreform VBP ein Unsicherheitsfaktor», bestätigt der Straumann-Chef Guillaume Daniellot denn auch im Gespräch mit AWP. Offizielle Angaben der Regierung zu Zeitplan und Regeln gebe es bislang nicht. Er halte es für möglich, dass Details zu Preisen und Produktkategorien Mitte Dezember bekannt werden und die Umsetzung im ersten Quartal 2027 beginnt. Dabei rechne er mit Preissenkungen zwischen 5 und 15 Prozent.
Ebenfalls viel beachtet ist die Region Nordamerika. Hier stiegen die Einnahmen organisch um 7,5 Prozent. Damit habe sich das Geschäft in einem Markt mit verhaltener Nachfrage sehr solide entwickelt, stellt Straumann heraus. «Dazu haben gut aufgenommene Innovationen und eine starke Vertriebsleistung beigetragen», ergänzt der Konzernlenker.
Brasilien-Wahl belastet LatAm-Umsatz
Etwas langsamer als gewohnt wuchs Straumann in Lateinamerika. Wie der Daniellot sagte, belastete vor allem Brasilien das Geschäft, während Märkte wie Argentinien und Kolumbien gut liefen. «Die politische Unsicherheit vor der Wahl mit zwei nahezu gleichauf liegenden Kandidaten hat die Nachfrage gebremst.»
Nach der Wahl erwartet Daniellot eine Beruhigung und eine Rückkehr zu besseren Wachstumszahlen. Aktuell trägt Brasilien etwa 80 Prozent zum Lateinamerika-Geschäft bei. Dies will Straumann laut Daniellot in Zukunft aber ändern.
Mit den vorgelegten Umsatzzahlen hat Straumann die Erwartungen der Analysten laut AWP-Konsens auf Konzernebene und in den Regionen EMEA und Asien-Pazifik leicht übertroffen, liegt in Nord- und Lateinamerika dagegen in etwa im Rahmen.
Ausblick bestätigt
Für das laufende Jahr bestätigt Straumann die bisherige Prognose. So soll sich die Kern-EBIT-Marge um 140 bis 170 Basispunkte verbessern. Für den Umsatz peilt Straumann ein organisches Wachstum im hohen einstelligen Prozentbereich an.
Während die meisten Analysten keine grossen Mängel bei den vorgelegten Zahlen finden, halten Investoren sich doch eher zurück, wie die aktuellen Kursverluste von etwa 1,5 Prozent zeigen. Allerdings notiert auch der Gesamtmarkt (SPI -0,6 Prozent) im negativen Terrain.
hr/ra
(AWP)
