Rund 81 Prozent der Befragten machen sich einer repräsentativen Umfrage zufolge demnach einige oder grosse Sorgen um ihre finanzielle Absicherung. 42 Prozent schränken deshalb ihre Konsumausgaben ein. Unter denjenigen mit grossen Sorgen sind es sogar rund 71 Prozent. Für die Untersuchung wurden im Juni und Juli online etwa 4.000 Menschen im Alter von 18 bis 75 Jahren befragt.
Gegenstand der Diskussion waren unter anderem eine Erhöhung des Renteneintrittsalters, Leistungskürzungen bei der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung sowie die Streichung der Entgeltfortzahlung am ersten Krankheitstag. Laut Umfrage lehnen drei Viertel der Befragten die diskutierten Massnahmen «stark» oder «eher» ab.
Experten sehen Ansehen der Regierung beschädigt
Die Debatte um Sozialreformen entziehe der Konjunktur wichtige Impulse und sei zu einem Wachstumsrisiko geworden, schreiben die Studienautoren Jan Behringer, Sebastian Dullien und Lukas Endres. Zugleich berge sie politische Risiken, weil sie das Vertrauen der Menschen in die Bundesregierung belaste.
Dauert die Unsicherheit an, könnte dies Haushalte dazu bringen, ihre Ausgaben auch künftig vorsichtiger zu planen, um privat vorzusorgen, befürchten die Experten. «Wenn sich die Konsumzurückhaltung in weiten Teilen der Bevölkerung verfestigt, könnte dies die private Nachfrage auch in den kommenden Monaten dämpfen und damit die konjunkturelle Erholung schwächen.»/cr/DP/mis
(AWP)
