Getestet wurden während rund eines Jahres sieben Wechselrichter und vier Energiemanagementsysteme von acht Herstellern. Bei vier Produkten gelang es den Experten, die vollständige Kontrolle über das Gerät zu übernehmen, wie es in einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht heisst. Bei nahezu allen untersuchten Wechselrichtern konnte zudem ohne Anmeldung verändert werden, wie viel Strom die Anlage ins Netz einspeist - bis hinunter auf null.
Problematisch ist dies laut NTC vor allem, weil viele Solaranlagen über die Clouds der Hersteller miteinander verbunden sind. Eine einzelne Schwachstelle kann dadurch potenziell Tausende Anlagen gleichzeitig betreffen. Würden viele Anlagen gleichzeitig manipuliert, könnte dies die Stabilität des Stromnetzes gefährden.
Das ist angesichts der wachsenden Bedeutung der Solarenergie relevant: Ende 2025 waren in der Schweiz rund 338'000 netzverbundene Anlagen installiert. An sonnigen Mittagen decken sie regelmässig mehr als die Hälfte des momentanen Stromverbrauchs.
Hinweise auf absichtlich eingebaute Hintertüren fand das NTC laut eigenen Angaben nicht. Die meisten Hersteller hätten rasch auf die gemeldeten Schwachstellen reagiert und bereits Lücken geschlossen. Das Institut empfiehlt unter anderem verbindliche Mindestanforderungen für Wechselrichter und Energiemanagementsysteme sowie Sicherheitsvorgaben für den Netzanschluss.
to/bol
(AWP)
