MegadealsÜbernahmewelle in der Pharmabranche rollt weiter

Der Kostendruck im Gesundheitswesen wird einer Studie zufolge das Übernahmefieber in der Pharmabranche anheizen.
25.01.2017 06:34
Ein Arzt auf Visite. Der Kostendruck im Gesundheitswesen wird Fusionen vorantreiben.
Ein Arzt auf Visite. Der Kostendruck im Gesundheitswesen wird Fusionen vorantreiben.
Bild: pixabay.com

Der Kostendruck im Gesundheitswesen wird einer Studie zufolge das Übernahmefieber in der Pharmabranche weiter anheizen. Nach einem Jahr mit zahlreichen Mega-Deals wie dem geplanten Kauf des US-Saatgutriesen Monsanto durch Bayer oder der milliardenschweren Übernahme des US-Medizintechnikkonzerns St. Jude Medical durch den Rivalen Abbott Laboratories seien auch 2017 zahlreiche grosse Transaktionen zu erwarten, hiess es in einer am Dienstag veröffentlichten Studie der Unternehmensberatung EY. 2016 sei der Wert der Übernahmen und Fusionen um 14 Prozent auf 201 Milliarden Dollar geklettert auch in diesem Jahr sei ein Anstieg über die Marke von 200 Milliarden zu erwarten. Gerd Stürz, Leiter des Bereiches Life Sciences bei EY, sprach von einer "neuen Normalität" - denn noch bis 2013 sei ein Gesamtvolumen von etwa der Hälfte normal gewesen.

Neuordnung der Pharma-Branche

"Die Neuordnung der Pharma-Branche ist weiter in vollem Gang - die Konzerne sind bestrebt, ihr Portfolio zu bereinigen, sich fokussierter aufzustellen und ihre Attraktivität für Investoren zu erhöhen", sagte Stürz. "Gleichzeitig stehen sie unter erheblichem Innovationsdruck. Eine Möglichkeit, in einem nur leicht wachsenden Markt ambitionierte Wachstumsziele zu erreichen und neue Wirkstoffe ins Portfolio aufzunehmen, sind Zukäufe." Hauptreiber seien aber die mageren Umsatzaussichten wegen des Preisdrucks bei älteren Produkten und mauer Wachstumsperspektiven bei neuen Arzneien angesichts des Sparzwangs in den Gesundheitssystemen. Aber auch die neue Wirtschaftspolitik der Regierung des neuen US-Präsidenten Donald Trump könnte sich als Treiber erweisen - allerdings zu Gunsten von US-Konzernen und zu Lasten von Firmen mit Steuersitz ausserhalb der USA.

Die Finanzkraft der Firmen sei zwar wegen sinkender Aktienkurse und einer gestiegenen Verschuldunge nach den Deals der vergangenen Jahre gesunken. Aber immer noch verfügen grosse Pharmakonzerne den Daten von EY zufolge zusammen über Finanzressourcen von 600 Milliarden Dollar und damit über knapp 70 Prozent der gesamten Kaufkraft der Branche. Auf Einkaufstour dürfte daher vor allem "Big Pharma" gehen.

(Reuters)