Der Umsatz sank in den Monaten April bis Ende Juni um 2,6 Prozent auf 712,9 Millionen Franken, wie der zweitgrösste Telekomkonzern am Mittwoch bekannt gab. Einerseits sei der Effekt der Preisanpassung aus dem Jahr 2025 bei den Mobil- und Breitband-Abos weggefallen. Andererseits habe sich das schwächere Kundenwachstum vorangehender Quartale negativ ausgewirkt. Weniger Umsatz machte Sunrise mit den Privatkunden, während das Geschäftskunden- und Grosshandelsgeschäft ganz leicht wuchs.
Der bereinigte Betriebsgewinn vor Abschreibungen und Amortisationen nach Abzug der Leasingzahlungen (EBITDAaL) schrumpfte um 3,8 Prozent auf 244,4 Millionen Franken. Hier schlugen die Effekte des Umsatzrückgangs durch, wie Sunrise weiter schrieb. Auf der anderen Seite hat der Konzern die Kosten optimiert. Dabei seien vor allem externe IT- und Beratungsausgaben eingespart worden.
Zudem hatte Sunrise Anfang Jahr einen Abbau von 147 Stellen angekündigt, der mittlerweile abgeschlossen ist. Dieser hat sich im zweiten Quartal noch nicht voll bei den Kosten ausgewirkt, wird aber künftig Einsparungen bringen. Der Stellenabbau dürfte bei den Personalkosten zu einem Rückgang von rund 5 Prozent führen, sagte Finanzchef Jany Fruytier am Mittwoch im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AWP.
Unter dem Strich sank der Nettoverlust deutlich auf 22,4 Millionen Franken. Das sind knapp 60 Prozent weniger als vor einem Jahr. Sunrise erklärt dies hauptsächlich mit Veränderungen bei den Finanzerträgen und Finanzaufwendungen infolge von Wechselkursgewinnen und -verlusten. Mit seinen Zahlen hat Sunrise die Erwartungen der Finanzgemeinde knapp erreicht.
Mehr Abo-Kunden
Bei den Kunden konnte Sunrise zulegen. So stieg die Zahl der Mobil-Abos netto um 21'000. Davon komme nur ein kleinerer Teil von der neuen Billigmarke CHmobile, sagte Konzernchef André Krause. Auch andere Marken hätten Kunden gewonnen.
Die Zahl der Internet-Abos kletterte um 3000. Gestützt wurde das Wachstum durch eine gesteigerte Kundentreue bei der Hauptmarke Sunrise wie auch durch das Neukundengeschäft im Geschäftskundenbereich und Kundengewinne bei den Nebenmarken.
Damit hat Sunrise wieder an Fahrt aufgenommen. Im Vorquartal hatte der Konzern lediglich 10'000 neue Abonnenten im Mobilfunk gewonnen, wogegen es im Breitband einen Verlust von netto 1000 Kunden gegeben hatte.
Ende Juni zählt Sunrise nun 3,18 Millionen Mobilfunkkunden, 1,29 Millionen Breitbandkunden und 0,96 Millionen Kunden für das erweiterte TV-Angebot.
Mehr Umsatz dank Preiserhöhungen
Künftig wird Sunrise von Preiserhöhungen profitieren, die Anfang August in Kraft getreten sind. Diese würden den Umsatz stützen, sagte Krause. Die Preiserhöhungen hätten lediglich zu einer leicht höheren Abwanderungsquote zum Zeitpunkt der Ankündigung geführt, aber es habe keine Kündigungswelle gegeben: «Preiserhöhungen haben mittlerweile eine höhere Akzeptanz als in der Vergangenheit.»
Denn damit ist Sunrise nicht alleine: Auch die Konkurrenten Swisscom und Salt haben an der Preisschraube gedreht.
Prognose bestätigt
An den Zielen für das laufende Jahr hält das Management fest. So wird ein «weitgehend stabiler» Umsatz erwartet. Der Betriebsgewinn (EBITDAaL) soll rund 1 Milliarde Franken erreichen und damit in etwa das Vorjahresniveau. Bei einem Erreichen dieser Ziele stellt das Management eine Steigerung der Dividende um 2 Prozent auf 3,49 Franken je A-Aktie und 0,35 Franken pro B-Aktie in Aussicht.
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(AWP)
