Konkret geht es um das Handynetz in den ländlichen Gebieten der Schweiz. Die dortige Bevölkerung solle von derselben Netzqualität profitieren, wie sie in den Städten geboten werde, heisst es in der am Montag von Sunrise und Salt veröffentlichten Mitteilung. Daher sei ein «Memorandum of Understanding» für einen gemeinsamen Netzausbau in diesen Gebieten unterzeichnet worden.

Rund 70 Prozent aller Mobilfunkstandorte von Salt und Sunrise stehen laut der Mitteilung in mitteldicht besiedelten und ländlichen Gebieten. Bei einer Zusammenarbeit könnten die Kunden auf dem Land von einer grösseren Netzabdeckung und einer verbesserten Netzqualität profitieren, da ihnen für ihre Handynutzung mehr Antennen zur Verfügung stehen. Dadurch könnte die Schweiz von einem stärkeren Wettbewerb um das leistungsfähigste Mobilfunknetz profitieren.

Technisch gehe es um eine Zusammenarbeit im Mobilfunk-Zugangsnetz (Radio Access Network) in der Form eines sogenannten «Multi-Operator Core Network Sharing». Bei diesem Modell würden ausgewählte Antennenstandorte mit den Kernnetzen beider Unternehmen verbunden. Dadurch könnten Kundinnen und Kunden auch Teile des Mobilfunknetzes des jeweils anderen Anbieters nutzen.

Höhere Kosteneffizienz

Die beiden Firmen erhoffen sich von der Kooperation aber auch Ersparnisse, da Netzressourcen und künftige Investitionen «gezielter und wirkungsvoller» eingesetzt werden könnten. Die Kosteneffizienz wäre somit höher als bei einem eigenständigen Ausbau, so die Mitteilung.

Unterschiedliche Formen von Netzkooperationen sind laut den Angaben bereits in zahlreichen Ländern etabliert und ermöglichten es den Mobilfunkanbietern, ihre Infrastruktur effizienter zu nutzen. Salt und Sunrise arbeiteten auch heute schon an ausgewählten Mobilfunkstandorten zusammen. Die nun geplante Zusammenarbeit sei eine Erweiterung.

Salt und Sunrise bleiben Konkurrenten

Die Kooperation beschränke sich allerdings auf das Netz, wird betont. Beide Unternehmen blieben vollständig unabhängig. Und zwar hinsichtlich Frequenzen, Netzstrategie, Marktpositionierung, Marken, Angeboten, Preisgestaltung, Produkten, Vertrieb, Marketing, kommerzieller Retail-Strategie und Kundenbeziehungen.

Ob es nach der nun unterzeichneten Absichtserklärung zu einer verbindlichen Vereinbarungen kommt, ist allerdings noch nicht in Stein gemeisselt. Zunächst werde nun eine Prüfphase gestartet. Zudem bräuchte die angedachte Kooperation auch den Segen des Regulators.

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(AWP)