«Wir brauchen überall mehr SVP», sagte Nationalrat und Wahlkampfleiter Manuel Strupler am Donnerstag in Bern vor den Medien. Das grösste Potenzial sieht Parteipräsident Marcel Dettling bei Personen, die sich von der Politik abgehängt fühlen - sogenannten Politikverdrossenen.
Der Waadtländer Nationalrat Yvan Pahud sieht auch in der Romandie weiteres Wachstumspotenzial für die SVP. «Bei den letzten Wahlen sind wir im Tessin und vor allem in der Westschweiz stärker geworden.» Diesen Trend gelte es fortzusetzen.
Mehr Ständeratssitze
Angesprochen auf den mehrmals gescheiterten Angriff auf den Ständerat, sagte Strupler: «Wir werden in allen Kantonen für den Ständerat antreten, wo es Möglichkeiten gibt.» Der vor vergangenen Wahlen angekündigte «Sturm aufs Stöckli» sei rückblickend betrachtet nur «ein Windchen» gewesen.
Obwohl es Polparteien bei Majorzwahlen tendenziell schwieriger haben, zeigte sich der SVP-Wahlkampfleiter zuversichtlich. Mehrere kantonale Wahlen hätten gezeigt, dass die Wählerinnen und Wähler der SVP mehr Verantwortung übertragen möchten. «Stärker werden im Parlament heisst auch stärker werden im Ständerat, das ist ganz klar.»
Der Tessiner Ständerat Marco Chiesa nahm die FDP und die Mitte-Partei in die Pflicht. «Die bürgerlichen Parteien sind in der Verantwortung, auch unsere Kandidierenden in den Ständeratswahlkämpfen zu unterstützen.»
Scharfe Wahlkampfrhetorik
Die SVP setzt bei den Wahlkampfthemen - wie auch Parteien von Mitte-Links - unter anderem auf die Stärkung der Kaufkraft. «Wir sind das Original dafür», sagte Pahud. Während andere Parteien für Steuererhöhungen plädierten, sage die SVP stets Nein dazu.
Und die FDP, die sich ebenfalls gegen mehr Steuern einsetze, wolle die Schweiz näher an die EU anbinden, was ebenfalls zulasten der Kaufkraft gehen würde.
Generell wählte die SVP-Spitze vor den Medien eine scharfe Rhetorik gegenüber den anderen Parteien. Dettling sagte dazu: «Wir sprechen heute über Wahlkampf. Kompromisse suchen wir dann, wenn wir die Sitze erreicht haben.»
mk/
(AWP)
