Statt bisher 26 werden künftig nur noch rund 18 Flugzeuge samt Besatzung von anderen Fluggesellschaften angemietet (im Fachjargon «Wetlease» genannt), wie die Lufthansa-Tochter am Dienstag in einem Communiqué bekannt gab. Denn die Swiss will zusätzliche Airbus A320 wieder selbst betreiben.
Der Schritt ist keine Überraschung: Die Swiss-Spitze hatte schon mehrfach erklärt, die Zahl der Fremdmaschinen zurückfahren zu wollen, um wieder mehr selbst zu fliegen. Ob die Air Baltic dann noch weiter für die Swiss fliegen werde, könne er noch nicht sagen, hatte Finanzchef Dennis Weber im August bei der Publikation der Halbjahreszahlen gesagt.
Hauptpartner Helvetic Airways
Nun ist es so weit. Die Fluggesellschaft vom Baltikum wird nicht mehr für die Swiss einspringen. «Im nächsten Sommer werden bis zu acht Wetlease-Flugzeuge weniger für die Swiss unterwegs sein als noch im Vorjahr», erklärte Swiss-Chef Jens Fehlinger in dem Communiqué.
«Mit dem geringeren Wetlease-Bedarf reduziert die Swiss auch die Zahl ihrer Partner. Künftig arbeitet die Airline dabei vor allem mit Helvetic Airways zusammen», schrieb die Swiss weiter. Die langjährige Partnerschaft werde ausgebaut.
«Helvetic ist ein strategischer Partner, der einen sehr guten Ruf bei unseren Gästen geniesst», hatte Weber vor drei Monaten gesagt. Air Baltic sei auch zuverlässig, stehe der Swiss aber als Marke nicht so nahe.
Bei den Kunden hatte es Kritik am Einsatz von Air Baltic auf Swiss-Strecken gegeben. So wurden unter anderem mangelnde Deutschkenntnisse der Besatzungen und das fehlende «Schweizer Feeling» bemängelt.
Die Swiss-Spitze hatte allerdings den Einsatz von Air Baltic verteidigt: «Wetlease ist das kleinere Übel als gar nicht zu fliegen», hatte Weber im Sommer gesagt: «Denn wir brauchen die Kurzstreckenflüge, um die Langstreckenflieger zu füllen. Es ist besser, mit Wetlease zu fliegen, als eine profitable Langstrecke zu streichen.»
Engpässe entspannen sich
Grund für den zahlreichen Einsatz der Auftragsflüge von Partnerairlines waren Engpässe bei der Swiss: Denn wegen Triebwerksproblemen, dem Mangel an Ersatzteilen, Piloten und Bordbesatzung standen und stehen immer noch mehrere Flugzeuge der Europaflotte am Boden.
Diese Situation entspanne sich zunehmend, schrieb die Swiss nun. Es stünden wieder mehr Triebwerke zur Verfügung. Auch im Cockpit verbessere sich die Personalsituation. Dadurch könne die Swiss künftig wieder mehr Flüge mit eigenen Flugzeugen und Crews durchführen.
jb/ra
(AWP)
