In der Schweiz hat die Swisscom in den ersten neun Monaten 61 Millionen Franken eingespart. Damit ist der Konzern schon weit über das Sparziel für das Gesamtjahr in Höhe von über 50 Millionen Franken hinausgeschossen, wie die Swisscom am Donnerstag bekannt gab.

Damit hat's sich dann allerdings: «Wir erwarten im vierten Quartal praktisch keine Einsparungen mehr in der Schweiz», sagte Swisscom-Chef Christoph Aeschlimann am Donnerstag im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AWP.

Die Sparmassnahmen bekam das Personal zu spüren: Seit Jahresbeginn hat die Swisscom hierzulande gut 700 Stellen abgebaut. Ende September 2026 zählte der Branchenprimus noch 14'616 Vollzeitjobs in der Schweiz.

Auf der Zielgeraden

Auch in Italien ist der Konzern bei der Zusammenlegung der übernommenen Vodafone Italia mit der Mailänder Breitbandtochter Fastweb voll auf Kurs. In den ersten neun Monaten konnte der Konzern Synergien von 265 Millionen Euro herausholen.

Damit fehlen nicht mehr viel zum Jahresziel von über 300 Millionen Euro. Wenn im Schlussquartal nochmals ähnlich viele Synergien herausschauen wie bisher im Quartalsdurchschnitt, dann würden rechnerisch rund 350 Millionen Euro erreicht und das Jahresziel deutlich übertroffen. Bei der Realisierung der Synergien sei man den Plänen voraus, sagte Aeschlimann, der allerdings die Jahresziele nicht erhöhen wollte.

Die Sparmassnahmen halfen, die Folgen der Talfahrt im Telekomgeschäft abzubremsen, das unter der harten Konkurrenz leidet. So sank zwar der Umsatz von Januar bis Ende September um 2,1 Prozent auf 10,94 Milliarden Franken. Aber der Betriebsgewinn vor Abschreibungen und Amortisationen nach Abzug der Leasingkosten (EBITDAaL) stieg um 1,5 Prozent auf 3,83 Milliarden. Unter dem Strich konnte der Konzern den Reingewinn um 2,4 Prozent auf 1,01 Milliarden Franken verbessern.

Aktie steigt auf Jahreshoch

Mit den Zahlen hat die Swisscom die Erwartungen der Analysten beim Umsatz übertroffen, bei den Gewinnzahlen allerdings etwas verfehlt. Dennoch ging der Steigflug der Aktie weiter: Der Swisscom-Titel stieg um 3,3 Prozent auf 734,50 Franken und damit auf ein neues Mehrjahreshoch. Im März 2000 war der Kurs mit 738,35 Franken letztmals teurer gewesen, bevor die Internetblase platzte.

Leicht positiver fürs Gesamtjahr

Für das Gesamtjahr gab sich das Management leicht optimistischer. Der Betriebsgewinn dürfte eher am oberen Rand der Zielspanne von 5,0 bis 5,1 Milliarden Franken ausfallen, weil man bei den Kosteneinsparungen in der Schweiz und Synergien in Italien voraus sei, sagte Aeschlimann. Auch die Ziele für den operativen Free Cashflow und für die Verschuldung wurden aufgebessert.

Dagegen werde beim Umsatz lediglich der untere Rand der Zielspanne von 14,7 bis 14,9 Milliarden Franken erreicht. In Italien seien die Umsätze mit IT und Geräteverkäufen leicht tiefer als erwartet, sagte Aeschlimann. Zudem drücke die Euro-Schwäche die Einnahmen aus dem Italien-Geschäft im Swisscom-Ergebnis nach unten.

Um das lahmende Firmenkundengeschäft in der Schweiz zu beschleunigen, hat der Konzern die Aufspaltung der Sparte beschlossen. Die Beratung für KI, Daten, Software und digitale Transformation wird ab April in einer eigenen Tochter zusammengefasst.

Diese erziele mit rund 1000 Angestellten einen Umsatz von etwa 270 Millionen Franken, sagte Aeschlimann. Damit entstehe eine der grössten Firmen für digitale Transformation in der Schweiz. Die Profitabilität solle circa 8 bis 12 Prozent vom Umsatz erreichen.

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(AWP)