Von Januar bis Ende Juni erzielte der Branchenprimus einen Umsatz von 7,22 Milliarden Franken, wie die Swisscom am Donnerstag mitteilte. Das ist ein Minus von 3,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Dabei schrumpfte das Telekomgeschäft wegen dem harten Preiskampf in der Schweiz um 2,1 Prozent und in Italien um 3,6 Prozent.
Dagegen wurde die Profitabilität gesteigert: Der Betriebsgewinn vor Abschreibungen und Amortisationen nach Abzug der Leasingkosten (EBITDAaL) wuchs um 3,3 Prozent auf 2,56 Milliarden Franken. Unter dem Strich konnte der Konzern den Reingewinn gar um 6,9 Prozent auf 668 Millionen Franken verbessern.
Abbau von über 500 Stellen in der Schweiz
In der Schweiz hat die Swisscom im Telekomgeschäft in den ersten sechs Monaten Einsparungen von 42 Millionen Franken erzielt. Damit sei man auf Kurs zum Sparziel von über 50 Millionen im Gesamtjahr 2026, sagte Konzernchef Christoph Aeschlimann in einer Analystenkonferenz.
Dazu hat die Swisscom Arbeitsplätze abgebaut. Insgesamt gab es hierzulande Ende Juni noch 14'764 Vollzeitstellen. Das sind 566 weniger als Ende Dezember 2025.
Zudem hat das Unternehmen im April die Preise seiner Hauptmarke Swisscom auf breiter Front erhöht. Auch das IT-Geschäft warf mehr Gewinn ab.
In Italien verdiente die Swisscom ebenfalls mehr. Die Zusammenlegung der für 8 Milliarden Euro gekauften Vodafone Italia mit der Mailänder Swisscom-Tochter Fastweb bescherte im ersten Halbjahr Synergien von 166 Millionen Euro. Das ist eine massive Steigerung gegenüber dem Vorjahressemester, als es lediglich 14 Millionen waren. Zudem will die Swisscom nicht mehr alle Preisschlachten in Italien mitmachen.
Damit ist die Swisscom gut unterwegs zu ihrem Ziel von über 300 Millionen Euro Synergien im Gesamtjahr 2026. Dies wären die Hälfte aller Synergien, die bis 2029 erreicht werden sollen.
Talfahrt im Kerngeschäft
Derweil geht die Erosion im Telekomgeschäft weiter: «Wir werden auch dieses Jahr einen Umsatzrückgang von rund 120 Millionen Franken in der Schweiz haben, trotz der Preiserhöhungen», sagte Konzernchef Christoph Aeschlimann im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AWP. Der grösste Teil des Rückgangs komme von den Geschäftskunden. Auch bei den Privatkunden halte der Rückgang an.
Demgegenüber bringe die am 1. April in Kraft getretene Preiserhöhung bei der Hauptmarke Swisscom einen tiefen zweistelligen Millionenbetrag an Umsatz, sagte Aeschlimann. Der Effekt der Preiserhöhungen bei den Nebenmarken Wingo und Migros Mobile ab September sei im laufenden Jahr hingegen noch vernachlässigbar. Auch in Italien dürfte der Konkurrenzkampf im Telekomgeschäft für ein Umsatzminus von rund 150 Millionen Euro sorgen.
Jahresziele bestätigt
An den Zielen für das laufende Geschäftsjahr 2026 hält die Swisscom fest: Der «blaue Riese» peilt einen Umsatz von 14,7 bis 14,9 Milliarden Franken an. Beim operativen Gewinn will die Swisscom 5,0 bis 5,1 Milliarden Franken erreichen. Wenn diese Ziele erreicht werden, soll die Dividende um 1 Franken auf 27 Franken pro Aktie erhöht werden.
jb/cf
(AWP)
