Dazu habe Synhelion mit der marokkanischen Regierung eine Absichtserklärung unterzeichnet, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Ein Grundstück in der südmarokkanischen Provinz Tan-Tan sei bereits reserviert worden. Zudem habe man eine lokale Niederlassung gegründet.

Das Projekt in Marokko befindet sich noch in der Entwicklungsphase. Angaben zum Investitionsvolumen, zum Baubeginn oder zur geplanten Inbetriebnahme machte Synhelion nicht.

Gewaltiger Grössensprung

Das Projekt wäre für Synhelion ein gewaltiger Grössensprung. Die seit 2024 betriebene Industrieanlage Dawn im deutschen Jülich produziert lediglich einige Tausend Liter Treibstoff pro Jahr. Synhelion will eine grössere Anlage in Jülich bauen und hat dazu Förderzusagen vom deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen erhalten.

100'000 Tonnen entsprechen grössenordnungsmässig dem Kerosinverbrauch von rund 1000 Langstreckenflügen mit einem grossen Passagierjet. Tatsächlich soll die Anlage neben Flugtreibstoff aber auch synthetischen Diesel und Benzin herstellen.

Synhelion stellt synthetischen Treibstoff aus erneuerbarer Energie und biogenen Abfällen her. Die Treibstoffe können nach Firmenangaben ohne Anpassungen an bestehenden Motoren und der Infrastruktur eingesetzt werden.

In das Unternehmen sind bekannte Schweizer Firmen investiert: Seit 2021 ist die Amag an Synhelion beteiligt. Künftig soll das Cleantech-Unternehmen dem Autoimporteur mit Solarenergie hergestelltes Benzin liefern. Ein weiterer Investor ist die Fluggesellschaft Swiss, die bereits in Kleinstmengen Solartreibstoffe bezieht.

to/jb

(AWP)