Syrien und Jordanien arbeiteten dem Ministerium zufolge an der Bildung eines gemeinsamen Sicherheits- und Einsatzkomitees, um weitere Vorfälle zu verhindern und die gemeinsame Grenze besser zu sichern. Zugleich betonte Damaskus die historisch engen Beziehungen zu Jordanien. Es gebe «verdächtige Akteure», die versuchten, das Verhältnis zwischen den beiden Ländern zu untergraben und Spannungen zu schüren.
Als Reaktion auf einen Angriff auf eine Kirche in Jordanien hatte die jordanische Luftwaffe am Montagabend Ziele in Syrien angegriffen. Jordanischen Angaben zufolge seien dabei Ziele der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) getroffen worden. Die jordanische Regierung teilte mit, es sollen rund 20 Mitglieder der Terrormiliz getötet worden sein. Unabhängig überprüfen liessen sich die Angaben zunächst nicht.
Die jordanischen Behörden hatten zuvor mitgeteilt, die Täter des Angriffs vom vergangenen Freitag auf die Kirche hätten Verbindungen zu militanten Gruppen im Süden Syriens. Jordaniens Luftwaffe griff mehrere Orte in südlichen Provinzen seines Nachbarlandes an.
Anwohner: «Unsere Kinder sind keine Terroristen»
Anwohner in der betroffenen Provinz Daraa wiesen Vorwürfe zurück, die Opfer seien in terroristische Aktivitäten verwickelt gewesen. «Wir sind Menschen dieses Landes, keine Terroristen», sagte ein Bewohner der Deutschen Presse-Agentur. Ein anderer Bewohner stellte die Fähigkeit des syrischen Staates infrage, seine Bürger zu schützen. «Wo ist unser Staat, und warum schützt er uns nicht? Wir sind ein souveränes Land», sagte er.
Unter den Trauernden war auch der 67-jährige Masoud al-Saleem. Er überlebte die Angriffe, verlor dabei jedoch seine Frau, seinen Sohn und drei Enkelkinder. «Ich habe den grössten Teil meiner Familie verloren. Wer bringt sie mir jetzt zurück? Unsere Kinder sind keine Terroristen. Wo ist unser Staat?», sagte er.
Nach jüngsten syrischen Behördenangaben wurden bei Angriffen acht Menschen getötet. Darunter waren auch mindestens drei Kinder. Es hat mehrere Verletzte gegeben./arj/DP/jha
(AWP)
