Vor dem Hauptgebäude des Tamedia-Verlags an der Zürcher Werdstrasse forderten die Medienschaffenden einen sofortigen Kündigungsstopp. Unterstützt wurden die Protestierenden unter anderem vom Zürcher Stadtpräsidenten Raphael Golta (SP). In seiner Ansprache bezeichnete er sich als «Tagi-Kind», das auch heute noch jeden Morgen in dieser Zeitung lese, was in der Welt passiert.
Golta, der früher ebenfalls als Journalist arbeitete, betonte, er wolle weiterhin von lokalen Medienschaffenden produzierte Texte lesen und nicht solche von KI-Agenten.
Kritik an der Geschäftsleitung
Die Redaktionen werfen der Geschäftsleitung vor, die Folgen von Fehlentscheiden und nicht funktionierenden Strategien stets auf das Personal abzuwälzen. «Wo sollen denn überhaupt noch Entlassungen gemacht werden?», fragte eine Rednerin angesichts immer knapper werdenden Ressourcen. Auf Schildern wurde zudem klar «Journalismus statt KI» gefordert.
Mitarbeitende der Tamedia-Redaktionen in der Romandie solidarisierten sich am Dienstag in einem Schreiben mit ihren Kollegen und Kolleginnen in Zürich. Einzelne von ihnen waren an der Kundgebung in Zürich anwesend.
Das Verlagshaus Tamedia hatte vor rund zwei Wochen den Abbau von 34 Vollzeitstellen in den News-Redaktionen der Deutsch- und Westschweiz angekündigt. Insgesamt verlieren 41 Mitarbeitende ihre Stelle. Das Personal verlangt von der Unternehmensführung nun ein Konsultationsverfahren auch in der Deutschschweiz und nicht nur in der Romandie, die Berücksichtigung freiwilliger Abgänge sowie Investitionen in menschengemachten Journalismus.
(AWP)
