So verlieren ABB 1,7 Prozent auf 71,88 Franken, bei Logitech (-2,8 Prozent auf 79,38 Fr.) lastet zusätzlich seit Tagen der Ausblick des Unternehmens auf das wichtige Weihnachtsquartal auf der Stimmung. In Reihe zwei fallen die Verluste bei VAT (-3,0 Prozent), Inficon (-3,8 Prozent), Comet (-3,8 Prozent) und AMS Osram (-3,9 Prozent) nochmals deutlicher aus. Der SMI zeigt sich indes mit 0,3 Prozent im Plus.
«Das KI-Rennen wird für die grossen Tech-Unternehmen immer teurer», fasste ein Händler die Stimmung zusammen. So hätten nach den schon mit Skepsis aufgenommenen Quartalszahlen der Google-Mutter Alphabet und von Meta nun auch noch Amazon und besonders Intel die Zweifel an den hohen Erwartungen an den Sektor verstärkt. Die Risikobereitschaft nehme weiter ab.
Ins gleiche Horn stossen weitere Experten. «Zwar nehmen die Umsätze weiter zu, die massiven Investitionen, die dafür nötig sind, überschatten aber das Wachstum immer mehr», erklärte ein Analyst. So erwartet beispielsweise Amazon Capex in Höhe von 200 Milliarden Dollar im laufenden, und sogar 220 Milliarden im kommenden Jahr. Die freien Cashflows, an die sich Anleger in den letzten Jahren gewöhnt hätten, kommen vor diesem Hintergrund unter Druck. Zumal die Finanzierungsbedingungen für diese massiven Investitionen nicht besser würden.
Im Hinterkopf sollten Anleger zudem den noch für November geplanten Börsengang von Anthropic behalten. Raiffeisen führt Schätzungen an, wonach das KI-Unternehmen eine Bewertung von knapp 2000 Milliarden Dollar anstrebe. «Bei einem Umsatz von 16 Milliarden ist das sportlich», so die Experten. Der Börsengang sei aber hauptsächlich ein Test, wie locker das Geld noch bei den Anlegern sitze.
dm/to
(AWP)
