Der zuständige Analyst der Deutschen Bank (DB), Emmanuel Papadakis, stuft den Partizipationsschein von Roche am Freitag von «Hold» auf «Buy». Das Zwölf-Monate-Kursziel hebt er von 340 auf 500 Franken - ein in verschiedener Hinsicht aussergewöhnlicher Wert. Zum einen ist dies das höchste aller Preisziele, die derzeit bei Bloomberg verzeichnet sind. Zum anderen übertreffen die 500 Franken alles, was die Titel von Roche je hergegeben haben. Das bisherige Allzeithoch bei 404,20 Franken würde geradezu pulverisiert, sollten die Anteilsscheine des Balser Pharmakonzerns tatsächlich auf die von der Deutschen Bank vorgegebene Marke ansteigen.

Der neu veranschlagte Zielwert deutet auch ein über 27-prozentiges Gewinnpotenzial gegenüber der Schlussnotierung von 392,10 Franken am Donnerstag an. Seine Zuversicht stützt der DB-Experte auf Rückmeldungen von Ärzten zum Brustkrebsmedikament Giredestrant zurück. Dieses Feedback falle bereits seit geraumer Zeit positiv aus, sei nun aber zusehends eindeutig. Zugleich hätten sich gewisse unmittelbare Risiken verringert, heisst es in der am Freitagmorgen erschienenen Notiz. Letztlich sieht Papadakis kaum einen Grund, warum es in naher Zukunft einen besseren Einstiegspunkt geben sollte als momentan. 

Giredestrant zieht schon seit längerem das Interesse der Investorinnen und Investoren auf sich. Das Mittel gilt denn auch als Kassenschlager und soll dem von CEO Thomas Schinecker geführten Konzern in den nächsten Jahren zweistellige Milliardensummen einbringen. Der Spitzenumsatz wird in Schätzungen bei 14 Milliarden Franken im Jahr 2033 gesehen. Zunächst aber stehen im November und Dezember dieses Jahres Zulassungsentscheide der amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA an.

Unterdessen folgen die Titel von Roche dem Rekordkursziel der Deutschen Bank am Freitag nicht. Sie geben 0,41 Prozent auf 390,50 Franken ab. Dies, nachdem sie im Laufe des Oktobers und bis am Donnerstagabend um 12,3 Prozent zugelegt und so den Swiss Market Index (SMI) klar abgehängt hatten. Unterstützung boten mitunter die defensiven Qualitäten des Titels, die angesichts anhaltender Sorgen um die Finanzierungskosten im Technologiesektor und weltpolitischer Spannungen gefragt waren. 

Das Pharmaunternehmen hatte zudem am Donnerstag die Zahlen zum dritten Quartal vorgelegt. Sie lagen über den Erwartungen, wobei allerdings grössere positive Überraschungen ausblieben. So sichern sich die Anleger nun die zuvor verzeichneten Gewinne.

Reto Zanettin
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