6,3 Milliarden Franken warten auf ihre Besitzer

Über eine Million Schweizer dürften Vermögen haben, von dem sie nichts wissen. Derzeit liegen Milliarden von Franken in der Auffangeinrichtung der Pensionskassen.
03.01.2014 08:10
Von Pascal Meisser
Milliarden von Franken schlummern in der Auffangeinrichtung der Zweiten Säule.

Das vergessen gegangene Vermögen vieler Schweizerinnen und Schweizer liegt in der zweiten Säule, wie am Donnerstag das Nachrichtenmagazin "10vor10" berichtet hatte. So verfügt die Auffangeinrichtung der Pensionskassen derzeit über vergessene Altersguthaben in der Höhe von 6,3 Milliarden Franken.

Die Zahl der kontaktlosen Konten, die von der Auffangeinfrichtung der beruflichen Vorsorge verwaltet wird, beläuft sich auf 855'000 Konten. Im Schnitt befinden sich auf jedem dieser Konten nach Angaben der Institution rund 7500 Franken. Es gebe aber auch einzelne Konten im Wert von über einer Million Franken, sagt Max Meili, der Leiter der Einrichtung, gegenüber 10vor10.

Umzug nach Stellenwechsel als Gefahrenquelle

Zu knapp 70 Prozent der Kontobesitzer habe man jeglichen Kontakt verloren, weil keine gültige Adresse vorläge. Dazu kommt es oftmals bei einem Umzug nach einem Stellenwechsel. "Wenn die Leute zwei-, dreimal umgezogen sind, erhalten wir von den Gemeinden kaum noch Auskunft über die aktuelle Adresse", so Meili. 

Das Muster, wie angespartes Guthaben vergessen wird, gleicht sich in fast allen Fällen. "Es passiert neben Stellenwechseln mit Lebensabschnitten wie Scheidung, Auslandaufenthalt oder Babypause", sagte Pensionsberater Markus Kaltenrieder gegenüber SRF. 

Schwierige Suche nach Besitzern

Wird ein Arbeitsverhältnis aufgelöst, müsste der Arbeitnehmer sein Pensionskassen-Guthaben mitnehmen und in die Pensionskasse des neuen Arbeitgebers oder auf ein Freizügigkeitskonto einbezahlen. Tut er das nicht, muss die Pensionskasse das vergessene Kapital innert zweier Jahre an die Auffangeinrichtung überweisen. Dort versuche man zwar, die Besitzer zu kontaktieren, sagt Max Meili. Das gestalte sich aber schwierig.

Noch komplizierter gestaltet sich die Suche bei den Saisonniers, von denen rund die Hälfte der sechs Milliarden Franken stammen. Diese haben in der Regel die Schweiz bereits wieder verlassen. Bis die jeweiligen Besitzer 75 sind, schlummert das Guthaben in der Auffangeinrichtung, dann werden sie an den Sicherungsfonds überwiesen. Bei der Suche nach dem vergessenen Vermögen hilft die eigens eingerichtete Zentralstelle Zweite Säule.