Der US-Pharmakonzern Eli Lilly hat dank der boomenden Nachfrage nach seinen Abnehmspritzen seine Jahresprognose angehoben und im dritten Quartal die Erwartungen von Analysten übertroffen. Die Aktie legte im vorbörslichen Handel um fast fünf Prozent zu. Für das Gesamtjahr rechnet der Konzern aus Indianapolis nun mit einem Umsatz von 91 bis 92 Milliarden Dollar, wie er am Donnerstag mitteilte. Zuvor hatte die Prognose bei 85 bis 87 Milliarden Dollar gelegen.
Im dritten Quartal erzielte Lilly einen Umsatz von 24,4 Milliarden Dollar und übertraf damit die Analystenschätzungen von 22,61 Milliarden. Der bereinigte Gewinn lag bei 7,48 Dollar pro Aktie und damit auch über den Prognosen. Treibende Kraft seien erneut die Diabetes- und Abnehmmittel Mounjaro und Zepbound gewesen. Der Umsatz mit Mounjaro habe 10,72 Milliarden Dollar erreicht, Zepbound 5,35 Milliarden Dollar. Beide Medikamente übertrafen damit die Schätzungen der Wall Street. Das Gewinnziel für das Gesamtjahr senkte Lilly jedoch und verwies auf hohe Kosten im Zusammenhang mit jüngsten Übernahmen. Der bereinigte Gewinn je Aktie solle nun bei 35,00 bis 36,00 Dollar liegen.
Die starken Umsatzzahlen dürften dazu beitragen, Sorgen am Markt zu zerstreuen, dass ein deutlicher Preisverfall – bedingt durch den Preis von 50 Dollar pro Monat für Medicare-Empfänger – die massiven Zuwächse beim Absatz zunichtemachen könnte. Analysten von Bernstein wiesen darauf hin, dass Lilly etwa 70 Prozent der 700'000 Medicare-Patienten für sich gewinnen konnte, die vor Kurzem eine Behandlung mit einem GLP-1-Medikament begonnen haben.
Während das neue US-Pilotprogramm den Zugang für potenziell Millionen von Menschen eröffnet, die das staatliche Medicare-Programm (für Personen ab 65 Jahren) nutzen, wurde der Grossteil des Absatzes von Lilly, für den keine Kostenerstattung erfolgt, bisher über eine Plattform abgewickelt, auf der Patienten monatlich 449 Dollar aus eigener Tasche zahlen. Dies wirft die Frage auf, wie sich die gewährten Preisnachlässe langfristig auf die Margen auswirken werden.
(Reuters)

