Abschreiber beschert Adecco Verlust

Der Personalvermittler Adecco ist im dritten Quartal 2015 wegen eines Goodwillabschreibers tief in die Verlustzone gefallen.
05.11.2015 07:07
Adecco kann mit den vorgelegten Zahlen nicht überzeugen.
Adecco kann mit den vorgelegten Zahlen nicht überzeugen.
Bild: Bloomberg

Unter dem Strich ergibt sich nach einem Abschreiber von 740 Mio EUR ein Verlust von 513 Mio EUR, auf operativer Ebene sind es -425 Mio EUR. Der Goodwill-Aschreiner habe aber keinen Einfluss auf die Dividendenpolitik, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit.

Besser sehen die Zahlen auf der Top-Line aus. Von Juli bis September erzielte Adecco ein organisches Wachstum von 4% und damit gleichviel wie im zweiten Quartal. Der Umsatz lag derweil bei 5,67 Mrd EUR, was in der Berichtswährung Euro einem Plus von 9% entspricht. Der EBITA (ohne Sondereffekte) lag bei 329 Mio EUR, rappoertiert wurden 326 Mio EUR.

Mit den vorgelegten Zahlen hat Adecco die Schätzungen der Analysten (AWP-Konsens) auf Ebene Umsatz und Reingewinn verfehlt, auf EBITA-Stufe hingegen genau getroffen. Diese hatten mit einem Umsatz von 5,75 Mrd, einem (adj.) EBITA von 329 Mio sowie einem Reingewinn von 227 Mio EUR gerechnet.

Adecco senkt Jahresprognose

Mit Blick auf das Gesamtjahr ist Adecco weniger optimistisch als bislang. Neu wird für 2015 eine EBITA-Marge von rund 5,2% angepeilt. Bislang hatte ein Zielwert von über 5,5% gegolten. Das organische Wachstum habe sich nicht ausreichend beschleunigt, um das bisherige Ziel zu erreichen, begründet das Management die Zielsenkung. So sei etwa das Wachstum im Oktober ähnlich gewesen wie im dritten Quartal bzw. im September.

Erstmals gibt das Management auch einen Ausblick für das Jahr 2016. Es rechnet mit ähnlichen wirtschaftlichen Bedingungen in den wichtigsten Märkten wie im laufenden Jhar. Deshalb werde eine Fortsetzung des Wachstumstrends erwartet. Dies werde zu einer ähnlichen EBITA-Marge wie im Jahr 2015 sorgen, heisst es weiter.

Die erneuerte Führungscrew sei ausserdem daran, die mittelfristigen strategischen Prioritäten festzulegen, schreibt das Unternehmen weiter. Konkrete Informationen dazu würden am Investorentag vom 18. Januar folgen.

(cash/AWP)