Der Softwarekonzern Adobe hat zwar seine Jahresziele angehoben, der überraschende Abgang von Finanzchef Dan Durn hat Anleger aber verschreckt. Die Aktien des Photoshop-Anbieters fielen nachbörslich um fünf Prozent.
Durn wechselt in gleicher Funktion zum Chip-Entwickler Marvell Technology, wie das Unternehmen mitteilte. Sein Weggang erfolgt drei Monate nach der Ankündigung von Konzernchef Shantanu Narayen, sein Amt niederzulegen. Dies schürt Sorgen über die künftige Strategie des Unternehmens in einem hart umkämpften Markt. Bis ein Nachfolger gefunden ist, übernimmt ab dem 15. Juni der Manager Steve Day kommissarisch die Leitung des Finanzressorts.
Für das im November 2026 endende Geschäftsjahr rechnet Adobe nun mit einem Umsatz zwischen 26,5 und 26,6 Milliarden Dollar, nach bislang in Aussicht gestellten 25,9 bis 26,1 Milliarden. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll auf 24,35 bis 24,45 Dollar steigen, nach zuvor erwarteten 23,30 bis 23,50 Dollar. Im abgelaufenen zweiten Quartal übertraf der Konzern mit Erlösen von 6,62 Milliarden Dollar die Erwartungen der Analysten von 6,46 Milliarden Dollar, wie aus Daten der LSEG hervorgeht.
Treiber der Geschäftsentwicklung ist die wachsende Nachfrage nach dem KI-Produkt Firefly und anderen Design-Werkzeugen. Der wiederkehrende Jahresumsatz mit KI-Anwendungen habe sich verdreifacht und Ende des zweiten Quartals die Marke von 500 Millionen Dollar überschritten, hiess es weiter. Trotz seiner Position als weltgrösster Anbieter von Design-Software sieht sich Adobe zunehmender Konkurrenz durch Unternehmen wie Figma und Canva ausgesetzt, die ebenfalls massiv auf Künstliche Intelligenz setzen. Investoren befürchten zudem, dass neue KI-Werkzeuge von Forschungslaboren die Branche grundlegend verändern könnten. Seit Jahresbeginn haben Adobe-Papiere mehr als 37 Prozent an Wert verloren.
(Reuters)

