Das mit 1,6 Milliarden Dollar grösste ‌IPO ⁠in der Geschichte Afrikas stelle die Belastbarkeit der Finanzinfrastruktur des Landes auf die Probe, sagten Marktteilnehmer. ⁠Die Zeichnungsfrist für den Börsengang hat am 14. September begonnen und läuft bis zum 13. Oktober. Der Handel mit ‌den Aktien an der nigerianischen Börse könnte laut Emissionsprospekt Ende November ‌beginnen.

Weder das Unternehmen des Milliardärs Aliko Dangote ​noch die begleitenden Banken nannten Zahlen zur Nachfrage. Technische Ausfälle bei Investment-Plattformen deuten jedoch auf ein starkes Interesse von Privatanlegern hin und unterstreichen die wachsende Bedeutung von Fintech-Unternehmen für den nigerianischen Kapitalmarkt.

Am Montag sei die Nachfrage so hoch gewesen, dass einige Investment-Apps abstürzten, sagte der Chef der Börse ‌NGX, Temi Popoola. «Ich denke, dieser Börsengang ist ein Stresstest für die gesamte Finanzinfrastruktur Nigerias», sagte Yanmo Omorogbe, Mitgründerin der Plattform Bamboo, der Nachrichtenagentur Reuters. «Unser System ist zusammengebrochen.» Von Schwierigkeiten berichteten auch Nutzer anderer Plattformen ​wie Cowrywise und InvestNaija.

Der grosse Andrang könnte auch Betrügern Tür und ​Tor öffnen, warnte Bismarck Rewane, Chef der Finanzberatungsfirma Financial Derivatives ​Company in Lagos. «So lassen sich alle möglichen Betrügereien aufziehen. Bis die Leute es merken, sind die Betrüger über alle ‌Berge.» Die Börsenaufsicht SEC rief Anleger zur Vorsicht auf, bevor sie Geld überweisen oder persönliche Daten preisgeben. Laut Analysten sind die Risiken für Erstanleger besonders hoch, da die Unmittelbarkeit digitaler Transaktionen es erschweren ​kann, ​legitime Angebote von betrügerischen zu unterscheiden.

Dangote vermarktet die ⁠Aktienplatzierung als «Börsengang für das Volk» und hofft auf zehn Millionen ​Aktionäre. Die Mindestinvestition wurde auf ⁠zehn Aktien oder umgerechnet etwa vier Dollar festgelegt, eine niedrigere Schwelle als bei früheren Börsengängen. Die ‌über 20 Milliarden Dollar teure Raffinerie am Rand der Metropole Lagos profitiert von den globalen Lieferengpässen durch den Iran-Krieg, die die Nachfrage nach in Nigeria produziertem Kerosin ‌in die Höhe treiben. Im ersten Halbjahr 2026 erzielte Dangote Petroleum ​Refinery laut Prospekt einen Nettogewinn von 1,82 Milliarden Dollar bei einem Umsatz von mehr als 13 Milliarden Dollar.

(Reuters)