Die Fluggesellschaft Air France-KLM streicht angesichts der hohen Kerosinpreise ihre niederländische Sparte KLM zusammen. Künftig sollen sich die weiss-blauen Maschinen auf ihre 160 Direktverbindungen an Amsterdams Flughafen Schiphol fokussieren, teilte der Konzern am Donnerstag in Paris mit.
Ältere Flugzeugtypen sollen die KLM-Flotte verlassen, 1000 Arbeitsplätze sollen wegfallen. Insgesamt betreffe der Umbau 5000 Jobs, davon sollen 2000 zum Mutterkonzern verlegt werden. An der Börse kamen die Neuigkeiten zusammen mit einem gestiegenen Quartalsgewinn gut an.
Die Aktie von Air France-KLM gewann bis zur Mittagszeit rund 13 Prozent auf 12,72 Euro. Damit machte sie ihre Kursverluste aus dem bisherigen Jahresverlauf mehr als wett und wurde zuletzt rund 10 Prozent teurer gehandelt als noch zum Jahreswechsel. Analyst Harry Gowers von der US-Bank JPMorgan zeigte sich von dem Gewinnplus im Sommerquartal positiv überrascht.
Um die Rendite von KLM langfristig zu steigern, setzt Konzernchef Ben Smith auf einen veränderten Mix aus grösseren und kleineren, neuen Maschinen. Der Manager hatte schon 2025 angekündigt, dass «alle Optionen» auf dem Tisch lägen, um die Profitabilität von KLM zu sichern. Anlass waren damals die gestiegenen Flughafenentgelte, Ticketabgaben und die Inflation in den Niederlanden.
Für das laufende Jahr rechnet Smith jetzt ähnlich wie Lufthansa-Chef Carsten Spohr mit noch höheren Treibstoffkosten als zuletzt. Für den Konzern dürften sie auf 9,2 Milliarden Dollar steigen, hiess es in der Mitteilung. Das sind 2,3 Milliarden Dollar mehr als im Vorjahr und 300 Millionen Dollar mehr als noch im Sommer erwartet.
Im reisestarken dritten Quartal von Juli bis September gelang es dem französisch-niederländischen Airline-Konzern indes, ähnlich wie der Lufthansa, seinen Gewinn im Vergleich zum Vorjahr zu steigern. Der Umsatz wuchs um knapp acht Prozent auf gut 9,9 Milliarden Euro. Der operative Gewinn vor Sondereffekten legte um zehn Prozent auf 1,35 Milliarden Euro zu. Unter dem Strich sprang der auf die Aktionäre entfallende Überschuss sogar um fast ein Viertel auf 908 Millionen Euro nach oben.
Unterdessen steht Air France-KLM weiter vor der Übernahme der skandinavischen Airline SAS. Nach eigenen Angaben arbeitet der Konzern noch daran, die notwendige Zustimmung der EU-Kommission zu erlangen. Eigentlich hatte man bei Air France-KLM gehofft, den Deal noch im laufenden Jahr umsetzen zu können.
(AWP)

