Die ⁠fensterlose Version des Langstreckenjets absolvierte von Toulouse aus einen rund vierstündigen Flug über ⁠den Südwesten von Frankreich. Damit begann eine neunmonatige Testphase für die Zulassung der Maschine, die 2027 ‌in Dienst gestellt werden soll. «Beim heutigen Flug ist alles ‌reibungslos verlaufen», erklärte Lars Wagner, CEO ​von Airbus Commercial.

Airbus will mit dem Modell die Dominanz von Boeing im lukrativen Markt für Frachtflugzeuge brechen, der etwa zehn Prozent des weltweiten Gesamtmarktes ausmacht. Die Luftfracht gewinnt derzeit an Bedeutung. Rund ein Drittel des wertmässigen Welthandels wird auf ‌dem Luftweg transportiert.

Die Nachfrage steigt unter anderem, weil Konflikte Seewege blockieren und der Boom bei Künstlicher Intelligenz (KI) den Transport von Halbleitern beschleunigt. «Wir sehen einen Boom bei ​KI-Chips und -Servern, die in der Regel per Flugzeug transportiert ​werden», sagte Crawford Hamilton, Leiter des Frachter-Marketings bei Airbus. ​Im ersten Halbjahr wuchs das weltweite Luftfrachtaufkommen trotz geringerer Mengen im Nahen Osten um 4,7 Prozent. ‌Dies sei das stärkste Wachstum seit der Finanzkrise 2008 gewesen, fügte Hamilton hinzu.

Airbus hatte die Entwicklung des Frachters auf Basis der A350 im Jahr 2021 beschlossen, ​um ​vom Wachstum des Online-Handels sowie dem ⁠Transport von Pharmazeutika und Elektronik zu profitieren. Boeing ​reagierte darauf mit einer modernisierten ⁠Version seines erfolgreichen Langstreckenfrachters, der 777-8F. Bislang hat Airbus 115 Bestellungen für die ‌A350F verbucht, während Boeing auf 81 Aufträge für die 777-8F kommt.

Während der US-Konzern argumentiert, dass grössere Frachter den Fluggesellschaften höhere Einnahmen bringen, ‌verweist Airbus auf geringere Betriebskosten durch eine leichtere Bauweise. Boeing prognostiziert ​für die kommenden 20 Jahre einen weltweiten Bedarf an 930 neuen Frachtflugzeugen sowie rund 2000 Umrüstungen von Passagier- zu Frachtmaschinen.

(Reuters)