Die Anteilsscheine von Holcim steigen am Freitag um 5,4 Prozent auf 67,00 Franken und sind damit so stark wie kein anderer Titel des Swiss Market Index (SMI). Zugleich erreichen sie wieder das Niveau von Ende September, unter das sie zwischenzeitlich gefallen waren.
Grund für die Avancen sind die Zahlen für das dritte Quartal, die bei Umsatz und Gewinn über den Erwartungen lagen. Ausserdem hat das Management den Ausblick für das Ebit-Wachstum angehoben.
In Analystenkreisen klingt denn auch die Gewinnentwicklung positiv an. Nicht zuletzt auch dank Fortschritten auf der Kostenseite und bei den Absatzpreisen sei es dem Baumaterialhersteller möglich gewesen, den operativen Gewinn im Jahresvergleich überproportional zu steigern, heisst es etwa. Rückblickend erweise sich die Angst vor negativen Folgen der stark gestiegenen Energiepreise jedenfalls als übertrieben. Während der Gewinnbeitrag aus Europa etwas hinter den Erwartungen zurückbleibt, übertreffen jene aus den übrigen Regionen diese teilweise deutlich. Das gilt insbesondere für die Region Lateinamerika.
Derweil wird die Revision der Gewinnprognose als wenig überraschend beurteilt, galten die bisherigen Ziele doch als eher konservativ. Gemäss der Bank Vontobel sind die von einigen Marktakteuren befürchteten Abwärtsrevisionen bei den Konsensschätzungen damit wohl vom Tisch. Nach der Veröffentlichung der Zweitquartalszahlen von Ende Juli haben die Aktien von Holcim eine schmerzhafte Bewertungskorrektur durchlaufen. Mit einem Minus von gut 16 Prozent seit Jahresbeginn zählt der Baumaterialhersteller zu den drei SMI‑Schlusslichtern. Nun, da die Angst vor negativen Folgen der stark gestiegenen Energiepreise nachlassen dürfte, sehen Händler Raum für eine Kurserholung. Allerdings dürften die Bäume diesbezüglich wohl nicht in den Himmel wachsen, so der Tenor.
Im Schnitt wird die Aktie mittelfristig bei 82,93 Franken gesehen. Das entspricht knapp dem Allzeithoch, das im Februar erreicht worden ist.
Umsatz und Gewinn im dritten Quartal überzeugend
Insgesamt stieg der Umsatz von Juli bis Ende September 2026 um 15,5 Prozent auf 4,66 Milliarden Franken, wie der Innerschweizer Konzern am Freitag bekannt gab. Dabei kam erstmals seit langem Rückenwind vom Franken, der sich in den letzten Monaten abgewertet hatte. Die Franken-Abschwächung hob den Umsatz um 96 Millionen nach oben.
Auch Käufe und Verkäufe von Geschäftsteilen stützten den Umsatz mit weiteren 331 Millionen. Organisch, also aus eigener Kraft, sei Holcim um 5,1 Prozent gewachsen, hiess es weiter.
Der wiederkehrende Betriebsgewinn EBIT stieg um 16,8 Prozent auf 976 Millionen Franken. Der grösste Teil der Zunahme kam aus eigener Kraft: Das organische Wachstum betrug 12,2 Prozent. Der Kauf und Verkauf von Geschäftseinheiten trug 20 Millionen zum EBIT bei und die Franken-Abschwächung 24 Millionen. Die entsprechende operative Marge erhöhte sich leicht auf 20,9 Prozent von 20,7 Prozent im Vorjahresquartal.
Insgesamt hat Holcim damit die Erwartungen von Analysten übertroffen.
Ziele höher gesteckt
Die Ziele für das Gesamtjahr 2026 schraubte der Konzern erneut höher. Nun erwartet Holcim ein Wachstum des wiederkehrenden Betriebsgewinns um 10 bis 12 Prozent, nachdem bisher ein Plus von rund 10 Prozent angepeilt worden war. Die entsprechende Marge soll weiter steigen. Das Ziel für den Umsatz blieb indes unverändert. Er soll um rund 5 Prozent zulegen.
Zudem peilt Holcim wie bisher einen Free Cashflow von rund 2 Milliarden Franken an. Darüber hinaus soll das Geschäft mit recycelten Bau- und Abbruchmaterialien um über 20 Prozent wachsen.
(AWP/cash)

