Ein 1,1-prozentiges Plus hievt die Aktien von Stadler Rail auf 30,34 Franken. Dies, nachdem die Titel des Zugbauers am Mittwoch schon 22,4 Prozent höher geschlossen und damit den höchsten Stand seit Januar 2024 beziehungsweise ein Zweieinhalbjahreshoch erreicht hatten.
Die Avancen vom Donnerstagvormittag gehen einerseits auf die Halbjahreszahlen, die am gestrigen Mittwochmorgen vorgestellt wurden, sowie andererseits auf neue Analysenkommentare zurück.
Die Halbjahreszahlen fielen unerwartet positiv aus. Der Auftragseingang lag 23 Prozent über den Erwartungen, der Umsatz übertraf die Analystenprognosen um 6,3 Prozent. Zudem kam der operative Gewinn 16,7 Prozent über den Prognosen zu liegen. Dass der Reingewinn unter den Erwartungen ausfiel, lag an deutlich höheren Ausgaben für Finanzverbindlichkeiten, Wechselkurseffekten und höhere Steuern.
Ein Marktteilnehmer sprach nach den Halbjahreszahlen von der ersten fundamental positiven Überraschung seit dem Börsengang im Jahr 2019. Auch Analysten äusserten sich anerkennend. Insgesamt habe Stadler Rail mit den starken Halbjahresergebnissen das Vertrauen in die Guidance für das laufende Jahr untermauert und dürfte somit auch ein weiteres Stück an Glaubwürdigkeit für den mittelfristigen Ausblick gewonnen haben, notierte der zuständige Analyst der Zürcher Kantonalbank, Tobias Klöpper, in seiner Ersteinschätzung zu den Stadler-Zahlen. Vor allem die zuversichtlichen Aussagen zum seines Erachtens grössten momentanen Gegenwind, dem Standort Berlin, halte er für positiv. «Damit dürfte das Unternehmen in den nächsten Jahren gut auf Kurs sein, zusammen mit einem steigenden Serviceanteil die Profitabilität weiter zu erhöhen und nachhaltig positive Cashflows zu erwirtschaften», so der ZKB-Experte. Er bestätigte das «Übergewichten»-Rating.
Am Donnerstag folgen mehrere andere Experten mit weiteren Einschätzungen. Vontobel-Analyst Michael Foeth bestätigt das «Hold»-Rating und erhöht das Kursziel auf 30 von 25 Franken. Nach zwei schwierigen Jahren normalisierten sich die Betriebsabläufe von Stadler, und die Umsatzgenerierung sowie die Profitabilität beschleunigen sich endlich, so der Analyst. Er führt aus: «Das Unternehmen geniesst bei seinen Kunden weiterhin einen hohen Ruf für seine Zuverlässigkeit sowie seine Technologie- und Innovationsführerschaft.»
Neben der Bank Vontobel haben auch die US-Banken Citigroup und JPMorgan auf die Halbjahreszahlen reagiert. Citigroup erhöhte das Kursziel auf auf 30 von 21,50 Franken, dies bei einem «Neutral»-Rating. Zurückhaltender ist JPMorgen: Das Preisziel wird neu bei 24,50 (nach 22) Franken angesetzt. Das Rating lautet «Underweight».

